61 All diese Maßnahmen können reibungsloser durchgeführt werden, wenn sich die Wirtschaft in einer Phase des Wachstums befindet. So ist die Umstellung auf umweltfreundlichere Produktionsanlagen ein- facher, wenn die Investitionen auf Grund der wirtschaftlichen Not- wendigkeiten sowieso durchgeführt worden wären und bei der Neu- investition eben auch das umwelttechnisch Neueste verwirklicht wird. Da die Umweltschutzmaßnahmen der zweiten und der dritten ge- nannten Art betriebswirtschaftlich (also wenn man von ihrer Umwelt- schutzwirksamkeit absieht) "unproduktive Investitionen" darstellen, ist es in einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation meist schwierig, die hie- für erforderlichen Mittel freizusetzen. Aus diesen Gründen dürfte es insgesamt leichter sein, Umweltschutzmaßnahmen bei Vorhandensein von Wirtschaftswachstum durchzuführen. Umgekehrt ist es jedoch denkbar, daß bei starkem Wirtschafts- wachsturn und infolgedessen ausgelasteten Kapazitäten zwar umwelt- technisch interessante Neu- oder Ersatzinvestitionen vorgenommen werden, für nicht produktionsbedingte Umweltinvestitionen jedoch keine Kapazitäten zur Verfügung stehen. 3.1.3. Ein höheres Wohlstandsniveau hebt die Sensibilitiit gegenüber Umweltbeeinträchtigungen Angesichts materieller Armut wird man eher bereit sein, Umweltbe- einträchtigungen hinzunehmen, vor allem dann, wenn die Verringe- rung der Umweltbeeinträchtigungen den Wohlstand zu gefährden droht. Mit steigendem Sozialprodukt nimmt anderseits die relative Bedeutung des wirtschaftspolitischen Zieles "Umweltschutz" zu. Es hat den Anschein, daß diese wohlstandsbedingte Wertverschie- bung des Umweltschutzzieles überlagert wird von einem generellen Trend zu verstärktem Umweltbewußtsein. 3.2. Der Einfluß der Umweltpolitik auf das Wirtschaftswachstum 3.2.1. Einzelwirtscha/tliche und gesamtwirtscha/tliche Kostensteigerungen Die Vornahme von Umweltschutzmaßnahmen verbraucht in der Regel Produktionsfaktoren. Ein Teil der Umweltschutzmaßnahmen,