Tendenziell preiseffektverstärkend wirken durch Umweltschutz bedingte Mengeneffekte. Bei sehr unelastischer Nachfrage nach emissionsintensiven Produkten wird als Folge von Auflagen etc. die Produktion eingeschränkt und dadurch der Preis erhöht. Preisdämpfend wirken effizient genutzte Kapazitätseffekte, die etwa bei gemeinsamem Betrieb von auf größerer Basis effizienter arbeitenden Umweltschutz anlagen (Kläranlagen, Müllbeseitigung etc.) auftreten, im Gegensatz dazu, daß einzelne Verursacher Kleinanlagen selbst betreiben; ebenfalls tendenziell preisdämp- fend wirken auch solche Kapazitätseffekte, die bei Erzeugern von Umweltschutzprodukten durch neue oder verschärfte Umwelt- schutzaktivitäten erhöht wird und sie so in größeren Serien die FrUchte einer Mengendegression durch Preissenkung weitergeben (nur bei mehreren Anbietern, nicht bei Monopolisten wahrschein- lich). 6.5. Empirische Ergebnisse Es scheint, daß in der theoretischen Literatur die Wichtigkeit von Nachfrageelastizitäten für die Preisbildung der Unternehmen überbe~ tont wird. Empirische Untersuchungen, die auf Umfrageergebnisse oder ökonometrische Funktionen beruhen, zeigen fast durchgehend auf, daß Unternehmen bei ihrer Preisbildung überwiegend Angebot- selemente (also Kostenelemente) berücksichtigen. Dabei wird zumeist eine Variante der Vollkostenpreisbildung angewandt, wobei auf die Vollkosten ein (konstanter oder variabler) Gewinnaufschlag gemacht wird. Eine österreichische Befragung (Nowotny et al.) aus dem Jahre 1978 ergab, daß 26% der befragten Unternehmen nach dem stren- gen, weitere 49% nach dem flexiblen Vollkostenprinzip ihre Preise bilden. Auf die Frage nach den Gründen für Preisänderungen nannte die überwiegende Mehrzahl Kostengründe, nur eine Minderheit Än- derungen in den Nachfragebindungen. Auch eine ncuere Umfrage des WIFO aus dem Jahre 1981 (siehe Aiginger 1983, S. 227 ff) bestä- tigt die Dominanz von Angebots-(Kostenfaktoren) für die Preisbil- dung der Unternehmen, allerdings in geringerem Ausmaß als die vor- ige Befragung. Aus Auslandsmärkten wird jedoch Nachfragefaktoren eine leichte Dominanz über Angebotsfaktoren zugerechnet. Ökono- metrische Preisfunktionen von Guger (in Nowotny et al. S. 299 ff) ge- ben Kostenfaktoren ein deutlich stärkeres Gewicht als Nachfrage~ 78