108 Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und UV-Licht gebildeten Pho- tooxidantien einschließlich Ozon sind für Pflanzen toxisch. Säuredepositionen (nasse Deposition von Schadstoffen aus der Luft bzw. von kontaminierten Pflanzen) können zu Störungen im Bodenbereich wie auch im Nä.hrstoffkreislauf und im Stoffwech- sel der Pflanzen führen. Durch die Ansä.uerung der Böden gelangen vermehrt Schwerme- tal1e in den Wasserkreislauf. Als gravierendstes Folgeproblem ist jedoch die Freisetzung phytotoxischer Aluminiumionen im Boden anzusehen. Dadurch wird langfristig der Wald in seinem Bestand gefährdet. Großrä.umige Untersuchungen weisen auf die zuneh- mende Bodenaciditä.t und Bodendegradation hin. Untersuchun- gen der Auswirkungen auf Ackerböden werden durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, daß bereits seit Jahren ein Teil der sich aus Bodenuntersuchungen als notwendig erwei- senden Düngeraufwendungen sich aus der erforderlichen Neutra- lisierung dieser Effekte ergeben hat. Unsachgemäßer Chemikaliengebrauch verschiedenster Art im täg- lichen Leben (z. B. Insektensprays, Holzschutzmittel, Pflanzen- schutzmittel, Motoröl, Batterien etc.) kann außerhalb der eigentli- chen Anwendungsbereiche schä.dliche Wirkungen auf die Agrar- ökosysteme haben. Siedlungsabfäl1e können mit zunehmendem Wohlstand zu einem grundlegenden Problem in qualitativer und quantitativer Hinsicht werden. Hier sei insbesondere auf die Problematik der unschädli- chen Entsorgung von Klärschlamm und "wilden Deponien" etwa entlang von Verkehrswegen hingewiesen. Siedlungsabwässer im Streusiedlungsbereich ohne Anschluß an Kanalisation und Kläranlagen stellen ein weiteres Problem dar. Naturnahe Entsorgungsverfahren bieten sich hiefür an. Die Zusammenhänge von der Emission von Schadstoffen über de- ren Transmission in der Atmosphäre, die Immission bis hin zur Schadwirkung auf Vegetation und Boden sind komplex und in ihren Details zum Teil noch nicht vollständig erforscht. Durch Zusammen- wirken mehrerer Schadstoffe kann es zu Synergismen bzw. Multipli- kationseffekten kommen. Abgesehen von der direkten Schädigung von Vegetation und Boden werden durch schädliche Luftverunreini- gungen häufig auch sekundär auftretende Schä.den bewirkt, wie bei- spielsweise eine nachteilige Veränderung der Frostresistenz oder auch der Trockenresistenz. Durch das Hinzutreten schä.dlicher Luftverun-