118 z. B. die Bereitschaft, für gesicherte, längere Lebensdauer auch einen höheren Preis zu bezahlen usw., recht ausgeprägt. Meinungsforschungen zeigen ein gewisses Mißtrauen in die Fähig- keit der staatlichen Einrichtungen und der Gesellschaft, Umweltfra- gen zufriedenstellend zu lösen. Insbesondere die bildungsmäßig ge~ hobenen Bevölkerungsgruppen und die jüngeren Menschen sind hier unzufrieden (Wurzeln 1981). Dabei wird ein Großteil der Verant- wortung, für eine saubere und geschützte Umwelt zu sorgen, dem Staat zugewiesen: So antworteten beispielsweise (Umweltschutz und Öffentlichkeit 1982) in der Frage-Ausprägung "soll auf alle Fälle durchgeführt werden": 52% - Errichtung von großräumigen Natur- schutzzonen, 85% - Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften für Betriebe bezogen auf Abwässer und Abgase, 60% - gesetzliche Ver~ pflichtung zum Bau von Abwasserkläranlagen für Gemeinden. Dage- gen vergleichsweise nur 22% - Verzicht auf den Bau von Wasser- kraftwerken, wenn damit das Landschaftsbild stark beeinträchtigt wird. Die Bevölkerung scheint in einem relativ hohen Maß bereit, Um- weltschutzmaßnahmen zuzustimmen, auch wenn damit in das eigene Verbrauchsverhalten eingegriffen wird und entsprechende Kosten für den einzelnen Verbraucher damit verbunden sind. Man ist sogar mehrheitlich zu einer aber zweckgebundenen Umweltschutzabgabe bereit. Wichtig erscheint die Verstehbarkeit derartiger operativer In- strumente. Das Preisbewußtsein der Verbraucher und auch damit das Kosten-Nutzen-Verständnis hat in den letzten Jahren sicherlich kräf- tig zugenommen; zugleich scheint das Verständnis für sozialen Aus- gleich und Verursacher- Beziehungen recht ausgeprägt zu sein. Das legt den Schluß nahe, daß alle jene Maßnahmen, die direkt "greifen", die also einem Verursacherprinzip entsprechen, durchaus eingesehen werden würden: etwa eine preisliche Belastung jener Güter, die um- weltproblematisch sind. 4.3. Umweltbezogene Probleme des Verbrauches Der Verbraucher tritt heute in den überwiegenden Fällen einem für ihn zunehmend unübersehbaren Güter- und Dienstleistungsangebot gegenüber. Vielfach gehen die Verbraucher dabei von der "unter- schwelligen" Annahme aus, daß die angebotenen Produkte geltenden