5.3.1. Allgemeines 5.3. Konventionelle Kraftwerke Die letzten Jahre waren vom Bestreben sparsamen Umgangs mit Energie in ihrer Gesamtheit und ferner von der Notwendigkeit einer Reduktion der Umweltbelastung bestimmt. Durch die gleichzeitig ablaufende Wirtschaftsrezession und die Verteuerung der Energie kam es im Verein mit den vorstehenden Be- mühungen zu einer deutlichen Reduktion des Gesamtenergieverbrau~ ches, nicht jedoch im Stromverbrauch. Sowohl die von der Bundesre~ gierung deklarierte Substitution des Erdöls durch andere Energieträ- ger als auch der ökonomische Rationalisierungsdruck in der Wirt+ schaft und auch der weiter ansteigende Lebensstandard der österrei- chischen Bevölkerung führten zu einem ununterbrochenen Strombe- darfsanstieg, der nun mit der einsetzenden wirtschaftlichen Erholung wieder deutliche Zuwachsraten aufweist. Dieser Vorgang dürfte noch nicht an seinem Sättigungspunkt angelangt sein. Die Energieprogno- sen des Wirtschaftsforschungsinstitutes und der Elektrizitätswirt- schaft erwarten auch weiterhin eine Zunahme des Stromverbrauchs. Zur Abdeckung des Strombedarfs nutzt Österreich zu einem gro+ ßen Prozentsatz (80%) heimische Energieträger (70% Wasser, 10% Braunkohle). Dabei ist die Elektrizität neben Fernwärme und Gas die umweltfreundlichste Nutzungsart von Energie (besonders in Bal- lungsgebieten) und hat eine nahezu universelle Einsatzmöglichkeit. Dies gilt auch bei geringer Abnahmedichte, wobei die Elektrizität in erster Linie mit Heizöl bei der Wärmeerzeugung konkurrieren muß. Die neuesten Kraftwerksbauten (Wärme- und Wasserkraft) wer- den nach ihrer Inbetriebnahme die AußerdienststeIlung älterer kalori- scher Kraftwerke mit geringeren Umweltschutzeinrichtungen ermög- lichen und damit einen doppelten Emissionsminderungseffekt bewir- ken. Erstens die Stillegung bzw. Reservehaltung älterer kalorischer Kraftwerke und zweitens die weitere Substitution von Erdöl in Indu- strie, Gewerbe und Haushalt, wobei gerade die letzteren Sparten durch ihre Nähe zum Menschen in Ballungsgebieten und ihre geringe Emissionshöhe, d. h. große Nähe zur Biosphäre, als besonders um- weltbelastend einzustufen sind. Trotz der überwiegenden Nutzung der Wasserkraft ist die Installa- tion von ergänzenden Wärmekraftwerken zwingend, um die verblei~ 126