wiesen werden. Wasserwirtschaftliche Auswirkungen, z. B. auf den Grundwasserstrom, Hochwasserschutz und dergleichen, sind durch wasserbautechnische Vorkehrungen beherrschbar. Sowohl für Speicher- als auch für Laufkraftwerke besteht bei Ein- haltung allgemein anerkannter landschaftspflegerischer GrundsätZe ein breites Spektrum von Möglichkeiten, die Wirkung der Wasser- kraftanlage auf das Landschaftsbild ohne besonderen finanziellen Aufwand wesentlich zu mildern. Wesentlich schwieriger hingegen - wenn nicht sogar unmöglich - ist die grundsätzliche Frage nach der landschaftsästhetischen Beurteilung von Wasserkraftwerken nach ei- nigermaßen objektiven Kriterien zu beantworten. Während auf der einen Seite Stauseen von manchen als Belebung des Landschaftsbildes betrachtet werden, kann andererseits ein ver- mehrter Widerstand gegen jede Veränderung der mehr oder minder "natürlichen" Landschaft festgestellt werden. Die Frage der Lebens- qualität oder der subjektiv empfundenen Umweltqualität ist kaum be- antwortbar und quantifizierbar. Im Falle der Nutzung des Wasserkraftpotentials handelt es sich bei den quantifizierbaren Elementen der naturräumlichen Eingriffe um den Flächenbedarf für die Einbauten und die zusätzliche Wasserober- fläche, um genutzte Wassermengen und um die Länge allenfalls teil- weise oder gänzlich trockengelegter Wasserläufe. Im Problem der Restwassermengen bei Wasserkraftwerken besteht, da unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Anlage ein- wirkend, ein schwerwiegendes kontroversielles Thema in Zusammen- hang mit dem Komplex Wasserkraft - Umwelt. Während der Stromverbrauch im Winterhalbjahr größer ist als im Sommerhalbjahr, sind bei den hydraulischen Produktionsmöglichkei- ten die Verhältnisse gerade umgekehrt. Dies bedeutet, daß bei ohne- hin geringen natürlichen Wasserständen im Winter die relativ größten Restwassermengen abgegeben werden müßten und gleichzeitig der höchste Bedarf an elektrischer Energie besteht. Diese Schere öffnet sich besonders stark bei kleineren nicht regelbaren Kanal- und Auslei- tungskraftwerken (Kleinwasserkraftwerken), so daß Anforderungen an die Restwassermengen sich bereits weit jenseits der Existenzfrage von manchen Flußkraftwerken bei österreichischen Verhältnissen be- finden. Schon dieses Problem stellt jedenfalls auch in Österreich die Grenze für den Ausbau kleiner und kleinster Wasserläufe dar. Bei un- sachgemäßem Bau ist der Eingriff in das lokale Ökosystem oft sehr beachtlich. 129