wärmeerzeugung auch Verbrennungsanlagen für Mull und Klär- schlamm gut geeignet. Aus rein energiewirtschaftlicher Betrachtung ist die Erzeugung der Fernwärme aus industrieller Abwärme - wobei kein zusätzlicher Energieeinsatz beim industriellen Prozeß notwendig ist - am günstigsten. In der Eisen- und Stahlindustrie, Papierindu- strie, keramischen Industrie usw. fallen durchwegs Abwärmemengen in Form von Abgasen oder heißen Abwässern an, die für eine Fern- wärmeerzeugung in Frage kämen. Da Fernwärmeleitungen und Verteilnetze hohe Investitionen erfor- dern, ist für einen wirtschaftlichen Einsatz der Fernwärme eine be- stimmte Mindestverbauungsdichte bzw. Mindestabnahmedichte er- forderlich (bei sehr kleinen Einheiten 100 bis 150 Wohnungen in zwei- bis dreigeschoßiger Bauweise). Das Vorhandensein von Groß- abnehmern wie Bürogebäuden, öffentlichen Gebäuden, Hallenbä- dern, Spitälern und dergleichen kann für den Ausbau eines Fernwär- menetzes gute Startbedingungen erbringen. 5.5.2. Verbesserung der Umwelt in den Ballungsgebieten Der Ausbau der Fernwärme in den Ballungsgebieten bringt sehr positive Umwelteffekte. Es kann davon ausgegangen werden, daß vOr allem die während der Wintermonate zu einem großen Teil durch den Hausbrand verursachte Luftverschmutzung in den Stadtberei- chen durch den Einsatz der Fernwärme auf rund ein FUnftel gesenkt werden kann. Den Emissionsreduktionen, die lokal entscheidende Immissionsver- besserungen nach sich ziehen, stehen jedoch Emissionen bei zentralen Wärmeerzeugungsanlagen gegenüber, wenngleich auf Grund atmo- sphärischer Dispersions- und Transmissionsvorgänge deren Auswir- kungen auf die Immission abgeschwächt werden. Die Analysen, die im Rahmen des 2. Beschäftigungsprogrammes für den Fernwärmeteil durchgeführt wurden, haben ergeben, daß deutliche Emissionsentlastungen bei Kohlenmonoxid (CO), Kohlen- wasserstoff (CxHy) und Staub zu verzeichnen sind, jedoch höhere Emissionen von NOx auf Grund feuerungstechnischer Bedingungen von Großanlagen auftreten. Die Gesamteffekte bei Schwefeldioxid hängen in starkem Ausmaß von zukünftigen Umweltmaßnahmen ab. Die Absenkung des Schwefelgehaltes im schweren Heizöl auf 2% 138