spruch auf Vollständigkeit; sie soll aufzeigen, welche Schwierigkeiten dort, wo (bundesweit) einheitliche Regelungen von Maßnahmen des Umweltschutzes erforderlich wären, diesen Maßnahmen entgegenste- hen, da eine Vielzahl von Kompetenzbestimmungen zum Tragen kommen und sich dadurch Probleme der Koordinierung ergeben. Ins- besondere sind in dieser Aufzählung solche Kompetenzen nicht ent- halten, denen nur bei Vorliegen bestimmter Umstände Bedeutung zu- käme (z. B. Notverordnungsrecht des Bundespräsidenten, Schaffung von Gebietsgemeinden). Die Frage der Finanzierung ist bei der Regelung der Verwaltungs- materie "Umweltschutz" von besonderer Bedeutung; eine Darstel- lung der hiefUr maßgeblichen Bestimmungen der Finanzverfassung und der Bundesverfassung würde jedoch den Rahmen dieser Aufstel- lung sprengen. Aus der kursorischen Darstellung der Kompetenz- und Rechtslage zum Umweltschutz ergibt sich schon, daß eine Vielfalt von umwelt- schutzrelevanten Normen des Bundes und der Länder bestehen, die aus der Sicht der Zielsetzung "Umweltschutz" nicht immer zum glei- chen Ergebnis führen, weil durch die jeweilige Gesetzgebung und/ oder Vollziehung unterschiedliche Interessenabwägungen erfolgen (z. B. verschiedene Bewilligungsverfahren fUr die Errichtung von Kraftwerken). Verschärft wird diese Situation noch durch die (nach der Gesichtspunktetheorie des Verfassungsgerichtshofes mögliche) Regelung des gleichen Sachverhaltes unter verschiedenen Kompe- tenztatbeständen (z. B. können Regelungen uber die Begrenzung von Schwefeldioxid-Emissionen auf Grund mehrerer Kompetenztatbe- stände des Bundes sowie auf Grund verbleibender Zuständigkeiten der Länder im Rahmen der Generalklausel erfolgen). Koordinie- rungsprobleme treten daher sowohl zwischen dem Bund und den Länder wie auch zwischen den in Frage kommenden Bundeseinrich- tungen (vor allem Bundesministerien) auf. Dazu kommt noch die Möglichkeit der Gebietskörperschaften, im Bereich der Privatwirtschaftsverwaltung Aufgaben des Umweltschut- zes wahrzunehmen; so gibt es etwa einander Uberschneidende Unter- suchungen zu den Themen Schadstoffbelastungen von Luft/Wasser in den gleichen Regionen, die zum Teil vom Bund (und dort auf Grund der Kompetenzzersplitterung unter Umständen wieder von mehreren Ressorts), zum Teil von den Ländern stammen. In diesem Zusammenhang ist noch festzuhalten, daß sich umwelt- politische Regelungen zwangsläufig nicht auf Österreich beschränken 161