4.1.4. Sonstige umweltrefevante Sonderregeln Als umweltrelevante Haftungsnormen kommen weiters vor allem in Betracht (Koziol): §§ 183 H. BergG 1975, soweit es um "Beschädigung einer Sache" durch einen Bergwerksbetrieb geht; dort findet sich eine Gefähr- dungshaftung, die neben diejenige des § 364a ABGB tritt; das Atom- haftungsG; auch dieses ordnet eine besondere Gefährdungshaftung an; das RohrieitungsG; ebenfalls eine Gefährdungshaftung für die Beför- derung von Gütern in Rohrleitungen; das ReichshaftpflichtG; Gefährdungshaftung u. a. für Anlagen zur Abgabe oder Fortleitung von Elektrizität und Gasen. Alle genannten Regeln sind zwar nicht als spezifisch umweltbezo- gen konzipiert, wie sich daran zeigt, daß sie zumeist auch oder pri- mär Körperverletzungen erfassen. Soweit sie aber Sachschäden re- geln, ist ihre Umweltrelevanz bei Schädigung von Liegenschaften, Wasserläufen, Grundwasser usw. stets gegeben. 4.2. Kompensationszahlungen Kompensationszahlungen fUr erlittenen Umweltschaden Der Gedanke der Kompensationszahlungen fUr erlittenen Umwelt- schaden hat seinen Ursprung in zivilrechtlichen Schadenersatzbestim- mungen. Auf die zivilrechtlichen Bestimmungen wird hier jedoch nicht eingegangen, eine Ausweitung des Systems der Kompensations- zahlungen, das tiber die traditionellen zivilrechtlichen Bestimmungen hinausgeht, gibt es in Japan. Nachdem in den sechziger Jahren von Städten bzw. von Präfekturen an umweltgeschädigte Bürger Zahlun- gen geleistet wurden, ging man in den siebziger Jahren (Gesetz über die Entschädigung von umweltbedingten Gesundheitsschäden, 1973) dazu tiber, die Finanzierung der Kompensationszahlungen uber einen "Verschmutzerfonds" abzuwickeln. Von den Betreibern emittieren- der Anlagen werden Abgaben erhoben. Die individuell ermittelte Zahllast bemißt sich für die im Gesetz definierten luftverunreinigen- den Substanzen nach einer gesetzlich festgelegten Abgasmengenein~ heit. Der Abgabensatz wird jährlich neu bestimmt. 178