7.2.3. Umweltbanken stellen eine weitere Variante, nämlich einen institutionalisierten, kon- trollierten Umwelthandel, dar. Für die Übererfüllung von Umwelt- auflagen erhalten Unternehmen Gutschriften, die sie an andere Un- ternehmen, die ihren Auflagen nicht voll nachkommen, verhandeln können; oder die sie aufbewahren und gegen spätere eigene Unterer- füllungen verrechnen können. Durch diese Methode werden Umwelt- sanierungen sozusagen "in großen Sprüngen" gefördert. 7.2.4. Privatisierung von Umweltrechten Die amerikanische Literatur hat sich eingehend mit der sogenann~ ten "Tragik der Allmende" beschäftigt: Wo vielen eine gemeinsame . Nutzung zusteht, kommt es leicht zu einer übernutzung, weil jeder einzelne für sich höchste Nutzung herauszuschlagen versucht. Außer+ dem fühlt sich niemand angesprochen, Vorsorgemaßnahmen im In- teresse aller Benutzer zu setzen. Egoistisch genutztes kollektives Eigentum führe daher eher zu Umweltüberbeanspruchungen als das - klare Nutzungsrechte und V orsorgepflichten festlegende - Privateigentum der einzelnen. Indi- viduelles Privateigentum führe hingegen mit größter Wahrscheinlich+ keit zur Pflege und fiirsorge für alle geldwerten Nutzenströme eines Gutes, um dessen Vermögenswert zu maximieren. Gerade Österreich und die Schweiz haben freilich viel Erfahrung mit noch immer existierenden Allmende (Wald-, Weide-, Wasserge- nossenschaften u. a.), die zeigen, daß kleine Gemeinschaften sehr effi- zient mit Gemeinschaftseigentum umgehen. Ganz VOn der Hand zu weisen ist freilich der angesprochene Gedanke nicht. So war etwa in der englischen industriellen Revolution die Wasserverschmutzung ge- ringer als in Mitteleuropa, weil in England sehr viele mäßig große Flüsse in Privateigentum standen, während sie in Mitteleuropa im Eigentum einer sorglosen öffentlichen Hand waren. 7.2.5. Umweltlizenzen Am meisten diskutiert in unseren Nachbarländern, der Bundesre- publik Deutschland und der Schweiz, ist das Instrument der Umwelt- 192