35 Ausschlaggebend für die Zustimmung dieser waren die zu erwartenden Kostenvor- / teile des Sozialpakts: die Abschaffung der lange vergeblich bekämpften Indexklauseln; mehrjährige, vertraglich fixierte Lohnmäßigung; Produktivi¬ tätssteigerung durch kostenneutrale Arbeitszeitverkürzung mit Flexibilisie¬ rung und ohne Regelung des Wiederbesetzungsgrades. Außerdem erfolgte mit dem Abkommen die - auch von der Regierung angestrebte - Abkehr von imperativer staatlicher Lohnpolitik mit generalisierenden und nivellierenden Effekten hin zu stärker die branchen- und betriebsspezifischen Verhältnisse berücksichti¬ genden, die Lohnstruktur differenzierenden Vereinbarungen. Die Anfang 1983 auf Branchen- und Betriebsebene abgeschlossenen Kollektivver¬ träge folgten den Empfehlungen des Rahmenabkommens. Die überwiegend für die Dauer von zwei Jahren vereinbarten Verträge beinhalteten zumeist die Abschaf¬ fung der Lohnindexierung in den Jahren 1983 und 1984, keine oder nur sehr geringe Tariflohnerhöhungen und eine Verkürzung der Jahresarbeitszeit im Ausmaß von 5 % bis 1985 (29). Im bedeutendsten Tarifvertrag, jenem für rund 250.000 Beschäftigte in der Metallindustrie, verzichteten die Gewerkschaften auf die Teuerungskompensati¬ on und jegliche Lohnerhöhungen in den Jahren 1983 und 1984. Die Jahresar¬ beitszeit wurde schrittweise von 1848 Stunden (1983) auf 1744 Stunden ab 1.1.1985 reduziert. Verbunden damit waren betriebsspezifische Flexibilisie¬ rung und die Beibehaltung der Betriebszeiten. 4.3 Die Austeritätspolitik der Regierung Lubbers Nach der Einigung der Sozialpartner legte das cliristdemolcratische-liberale Kabinett ein modifiziertes Maßnahmenpaket für 1.1.1983 vor (30):