-11 _ 2. Dokumentation Österreich Einleitung: Arbeitszeit;verlc.ilr~.ungen in Österreich nach 1 945 Die erste Arbeitszeitverkürzung der Nachkriegszeit gelangte 1959 zur Durchführung5 die Normalarbeitszeit wurde von wöchentlich 48 auf 45 Stun¬ den gesenkt. 1965 erfolgte die Einführung der dritten Urlaubswoche. Der nächste Schub begann !97o mit der Reduktion auf 43 Wochenstunden. 1972 (42 Stunden) und schließlich 1975 wurde der Übergang auf die 4o-Stunden- Woche fortgesetzt und vollendet. Alle Verkürzungen erfolgten bei vollem Lohnausgleich im selben Jahr. Ab 1977 wurde der Mindesturlaub um eine weitere Woche verlängert. Die Reduktion der Normalarbeitszeit: wurde zumeist jedoch nicht zur Gänze sofort realisiert. 1959 vollzog die Industrie die dreistündige Arbeits¬ zeitverkürzung nur knapp zur Hälfte, weil die Reduktion in einen be¬ ginnenden Aufschwung fiel. Die Unternehmer wollten den Arbeitsumfang nicht zu stark reduzieren und nahmen die Kostenerhöhung infolge ver¬ stärkter überStundenleistungen in Kauf. 196o und 1961 blieb die Arbeits¬ zeit iia wesentlichen unverändert. Erst 1962, im Konjunkturtiefpunkt, wurde die durchschnittliche Effektivarbeitszeit erneut um etwas mehr als eine Stunde reduziert. Ähnlich verhielt es. sich 197o und 1972. 1975 wurde auf¬ geholt und sogar mehr gekürzt, als der Normalarbeitszeit entsprochen hätte (triebe Tabelle 7). Abgesehen von der verzögerten Anpassung der effektiven Arbeitszeit min¬ derten induzierte Produktivitätszunahmen den Beschäftigungseffekt der Arbeitszeitverkürzungen: in Jahren mit einer Reduktion der Wochenarbeits¬ zeit lag die Produktivitätssteigerung jeweils beträchtlich über dem Durchschnitt. Unter Ausschaltung des Konjunktureinflusses ergibt sich für den Zeitraum 5958-75 ein Beschäftigungseffekt von durchschnittlich etwa 6o % der Arbeitszeitverkürzung.