jährlich vorhanden bzw. liegt aufgrund von gesetzlichen Vorschriften fest. Die Lohn- und Gehaltssumme einschließlich der Sonderzahlungen und die bezahlten und geleisteten Arbeitsstunden werden im Zuge der Beschäftigungserhebung in der Industrie monatlich vom ÖSTAT erho- ben, und die gesetzlichen Sozialleistungen sind einheitlich geregelt.9) Der größte Teil der Arbeitskosten wird also regelmäßig sogar unter- jährig erfaßt und kann problemlos unmittelbar zur Lohnkostenschätzun- gen verwendet werden. Nur die Informationen über die freiwilligen So- zialleistungen, über den Umfang an Abfertigungszahlungen, Kranken- geidzuschuß und Krankengeldrefundierung sowie Berufsausbildung sind nur aus der dreijährigen Erhebung verfügbar. Die Schätzergebnisse die- ser Methode stellen insofern Obergrenzen dar, als bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge die Höchstbeitragsgrenze nicht berück- sichtigt wird. Für Arbeiter ergibt sich daraus keine nennenswerte über- schätzung der Sozialversicherungsbeiträge ; nur gut 1% der Arbeiter ver- dienen in der Gesamtwirtschaft mehr als die Höchstbeitragsgrundlage. Allerdings verdienen rund 18% der Angestellten mehr, und in der Indu- strie sind die Anteile beider Arbeitnehmergruppen deutlich höher. Die Lohnnebenkostenstudie der BWK bezieht sich auf die Industrie, sodaß die Höchstbeitragsgrundlage in diesem Bereich einen Einfluß auf die Gesamtnebenkosten haben dürfte. 3.2.1. Darstellung der Schätzmethode 1. Ausgehend von den gesetzlich geregelten Beitragssätzen zur Sozial- versicherung (Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung), dem Wohnbauförderungsbeitrag, dem Entgeltfortzahlungs- und Insolvcnz- Entgeltsicherungzuschlag, dem Nacht(schicht)schwerarbeitsbeitrag, der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds und der Lohn~ summensteuer werden auf Basis der Stundenverdienstc je geleisteter Ar- beitsstunde mit Sonderzahlungen die gesetzlichen Aufwendungen für so- ziale Sicherheit und Steuern errechnet. 2. Dazu kommen aus den Daten der Arbeitskostenerhebung der BWK die Sätze für die Schätzung der Abfertigungen und der freiwilligen So- zialleistungen, zu denen noch der Krankengeldzuschuß und die Kosten für die Berufsausbildung gezählt werden. Der Definition des Leistungs- lohnes in der Arbeitskostenerhebung folgend werden hier als Basis die Stundenverdienste je bezahlter Arbeitsstunde ohne Sonderzahlungen herangezogen. ') Zwar sind die Sozialabgaben einheitlich geregelt, in ihrcr tatsächlichen Höhe und Verteilung auf Branchen aber nicht bekannt. Außerdem bleiben hier die Sonderregelungen der Knappschaftlichen Versicherung unberücksichtigt, da sich diese Studie wie die meisten internationalen Vergleiche auf die verarbeitende Industrie beschränkt. 20