tätssteigerungen und einer Zunahme der Lohnstückkosten um 3,2% nie- der. Für die Beurteilung der internationalen Wettbewerbssituation ist aber die währungsbereinigte Entwicklung der relativen Lohnsttickkosten von Interesse: In einheitlicher Währung sind die Arbeitskosten je Stunde in der österreichischen Industrie in den letzten zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als im gewogenen Durchschnitt der Handelspartner oder in der EG, da der Schilling pro Jahr um rund 1V2% aufwertete. Im Unterschied zu den siebziger Jahren konnten aber im letzten Jahr- zehnt diese währungsbedingt stärkeren Arbeitskostensteigerungen durch höhere Produktivitätszuwächse in der heimischen Wirtschaft wettge- macht werden. Die internationale Lohnsttickkostenposition der österrei- chischen Industrie hat sich zwischen 1980 und 1990 gegenüber dem Durchschnitt der Handelspartner und gegenüber der EG um Yi% pro Jahr verbessert. In der deutschen Industrie belief sich in diesem Zeitraum der jährliche Lohnstückkostenauftrieb auf 1,6% und war damit um Y. Prozentpunkte stärker als in Österreich. 1991 sind in der heimischen Industrie die LohnstUckkosten um 1,6% gestiegen. Dennoch hat sich die internationale Wettbewerbssituation um 3,6% verbessert, da sich zum einen in den meisten Konkurrenzländern durch die frühere Abschwächung der Konjunktur das Produktivitäts- wachstum verlangsamte und daher die Lohnstückkosten viel stärker an- zogen als in Österreich und sich zum anderen einige Währungen wieder erholten und der Schilling leicht abwertete. 1992 hat sich die internationale Wettbewerbsposition der österreichi- schen Industrie um 1,8% verschlechtert, da die Beschleunigung des Lohnsttickkostenauftriebs (+ 3,2%) aufgrund eines verringerten Pro- duktivitätswachstums im Gefolge der Abflachung der Konjunktur mit einer rund zweiprozentigen effektiven Aufwertung des Schilling einher- ging. In der Europäischen Gemeinschaft stiegen die industriellen Lohn- stückkosten um rund einen Prozentpunkt schwächer und in der BRD um 2Y2 Prozentpunkte stärker als in Österreich. Am stärksten verschlechtert hat sich nattirlich die Konkurrenzposition gegenüber den Ländern, die 1992 abgewertet haben: Auf Schillingbasis sind 1992 die LohnstUckkosten in Finnland (-19,1 %), Kanada (-10,6%), USA (-5%), Italien (-4,2%), Großbritannien (-3,8%) und in Schweden (-2,2%) gesunken. Nur Japan (+ 11,3%) und die BRD (+ 5,6%) weisen deutlich höhere Lohnstiickkostensteigerungen aus als Österreich. 46