Einleitung Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat sich schon 1964 eingehend mit Fragen der Budgetierungstechnik mittelfristiger Natur befaßt. Die Budgetvorschauen, die zunächst vom Bundesministerium für Finanzen, später vom Beirat mit Unterstützung durch das Ressort erstellt wurden, repräsentieren - gemessen an Zweck und Me- thode - eine Spielart mittelfristiger Finanzplanung, bei der die Infor- mation über die mittelfristigen quantitativen Auswirkungen der aktu- ellen Politik im Vordergrund steht. Nach den Haushaltsrechtsentwürfen 1968 und 1973 sind nunmehr auf parlamentarischer Ebene Verhandlungen im Gange, die auf Im- plementierung eines Finanzplanes und eines Investitionsprogrammes in das Budgetrecht abzielen. Der Beirat nimmt diese Bestrebungen zum Anlaß, um sich eingehender mi,t den Möglichkeiten und Gren- zen mittelfristiger Finanzplanung ~useinanderzusetzen. Dabei ist nicht nur auf veränderte gesellschaftliche und politische Einstellungen zu Umfang und Verbindlichkeit mittelfristiger Planung einzugehen; es kann nunmehr auch auf ausländische Erfahrungen mit mittelfristi- gen Budgetierungstechniken zurückgegriffen werden. Für Österreich sind durch zahlreiche Verbesserungen des ressortinternen Informa- tionswesens mittlerweile notwendige, aber nicht hinreichende Vorbe- dingungen für Finanzplanung geschaffen worden. Ausgehend von diesen Prämissen versucht der Beirat in seinen Empfehlungen, die Möglichkeiten und Grenzen mittelfristiger Fi- nanzplanung in Österreich neu zu bestimmen. 5