Schlußfolgerungen und Empfehlungen In der ersten Hälfte der sechziger Jahre wurde das öffentliche Haushaltswesen weltweit mit Herausforderungen konfrontiert, die mit dem Anspruch auftraten, die traditionelle einjährige, kameralisti~ sche staatliche Buchführung, ja darüber hinaus sogar die gesamte öf- fentliche Verwaltung zu revolutionieren. Dabei handelte es sich einmal um den Versuch, betriebswirtschaft- lich orientierte Investitions-, Planungs- und Managementverfahren (z. B. die cost-benefit-analysis) in bestimmte Bereiche der Administra- tion der öffentlichen Haushalte zu verpflanzen. Erfolgreich war de- ren Anwendung etwa beim Vergleich verschiedener Infrastrukturpro- jekte (z. B. Staudämme) sowie von Investitionen im militärischen Be~ reich. Neben dem skizzierten Versuch der Einführung privatwinschaftli- cher Rechnungsgrundsätze wäre darüber hinaus das Bemühen zu nennen, die Wirtschaftspolitik generell zu "verwissenschaftlichen". Es handelt sich also um den Versuch, als fragwürdig erachtete kurzfri- stige politische Entscheidungen durch ein System "wissenschaftlich objektivierter Zielhierarchien" zu ersetzen, die "optimale Zielkombi- nation" je nach Umweltsituation mit den geeigneten Mitteln (zumin- dest besser als in der Vergangenheit) zu verwirklichen und dabei auf die gegenseitige Abhängigkeit von Zielen und Instrumenten zu ach- ten. Mittlerweile werden die Versuche, unter Nutzung aller wissen- schaftlichen Erkenntnisse das tatsächliche Wirtschaftsgeschehen sy- stematisch und zielgerichtet an die erwünschte Entwicklung anzupas- sen, eher mit Skepsis beurteilt. Angesichts der vielfältigen globalen Probleme, die in den siebziger Jahren aufgetaucht sind und bisher nicht befriedigend gelöst werden konnten, ist die Euphorie, mit wis- senschaftlichen Methoden sogar eine Feinsteuerung der Wirtschaft zu erreichen, verflogen. Es zeigte sich, daß die Finanzplanung bei weitem nicht in der Lage war, die ursprünglich in sie gesetzten Er- wartungen zu erfüllen. Diese Erkenntnis sollte jedoch nicht dazu fuhren, die Idee der mit- telfristigen Planung des öffentlichen Haushalts endgültig aufzugeben. Um beurteilen zu können, was eine vernünftige Finanzplanung leisten kann und was nicht, muß man sich darUber im klaren sein, daß Pla~ 43