15 einzelnen Wirtschaftsklassen gibt es aber deutliche Unterschiede, sodaß eine alleinige Verwendung der Branchenzugehörigkeit als Indikator für Saisonbetriebe fragwürdig erscheint. Wie bereits erwähnt, sind lediglich 15 % der Beschäftigten am Bau in SF-Betrieben tätig. Aufgrund dieses prima facie überraschenden Ergebnisses, wird die saisonale Beschäftigungsdynamik der Baubetriebe im Jahr 1990 kurz skizziert. Im Aggregat zeigt sich das erwartete Saisonmuster: Während die Beschäftigung im Jänner und Februar ihren Tiefpunkt erreicht, steigt sie in den Folgemonaten kontinuierlich, um ihre Spitze zwischen August und Oktober zu erreichen und fällt dann deutlich ab. Disaggregiert man jedoch auf die Betriebsebene, finden sich große Unterschiede in der saisonalen Beschäftigungsentwicklung, wobei ein deutlicher Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und relativer Beschäftigungsschwankung feststellbar ist. Während größere Betriebe eine relativ stabile Beschäftigungsdynamik erkennen lassen, weisen insbesondere Kleinbetriebe beträchtliche saisonale Schwankungen auf. Dies sei an einem Fallbeispiel demonstriert: Ein Stichprobenbetrieb beschäftigt im Jänner und Februar keinen einzigen unselbständigen Arbeitnehmer, bis zum Juni steigt die Beschäftigtenzahl auf 6 Personen, um sich in den Sommermonaten mehr als zu verdoppeln (14), fällt dann im November auf 2 Arbeitnehmer und im Dezember gibt es wiederum keinen Beschäftigten in diesem Betrieb. Ähnliche Muster finden sich auch bei anderen Kleinbetrieben. Zwar schwankt auch bei Großbetrieben die monatliche Beschäftigung absolut, relativ zum Jahresdurchschnitt sind diese Fluktuationen aber eher gering. Dies legt folgende Interpretation nahe: Großbetriebe im Bauwesen können ihre Beschäftigung unter anderem durch Sub-Contracting stabilisieren, während kleinere Baufirmen stärkere saisonale Schwankungen ausweisen. Weiters erlauben technologische Vorteile den Großbetrieben eine bessere Verteilung der Aufträge über das ganze Jahr, während Kleinbetriebe ihre Beschäftigtenzahl im Winter stark reduzieren, oder sogar den Betrieb für die Monate Jänner und Februar schließen. Die vorhandenen Daten erlauben es unter anderem weiters, Aussagen über die Entlohnung der Beschäftigten in Saisonbetrieben (durchschnittliche monatliche Beitragsgrundlage ohne Sonderzahlungen) zu treffen. Einschränkend muß aber festgestellt werden, daß es nicht möglich ist den Einfluß der Arbeitszeit auf die Entlohnung festzustellen.