16 Beschäftigte in Saisonbetrieben verdienen im Jahresdurchschnitt ca. 30 % weniger als Arbeitnehmer in SU Betrieben. Aus der empirischen Arbeitsmarktforschung ist allerdings bekannt, daß es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Einkommen und Betriebsgröße gibt. Kontrolliert man um diese Effekte (vgl. Übersicht 3.3-7) verschwindet der Einkommensvorsprung der SU Beschäftigten fast völlig. Interes¬ santerweise verdienen allerdings Saisonbeschäftigte in Betrieben mit über 50 Arbeitnehmern unterdurchschnittlich. Allerdings sind nur zwei Betriebe in dieser Größenklasse, diese gehören den Wirtschaftsklassen Gaststättenwesen und Rechts- und Wirtschaftsdienste an. Einschränkend muß nochmals darauf hinge¬ wiesen werden, daß die Daten keine Korrektur um die Arbeitsdauer erlauben. Geht man davon aus, daß Beschäftigte in Saisonbetrieben überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten aufweisen, existieren eindeutige negative Einkommensdifferentiale. 3.4. Temporäre Betriebsstillegungen Im folgenden wird der Fragestellung nachgegangen, welchen Beitrag Betriebe mit temporärer Betriebsstillegung (ZU-Betriebe) zur saisonalen Fluktuation der Beschäf¬ tigung leisten. Vorausschickend muß bemerkt werden, daß die Klassifikation als ZU Betrieb nur auf die (nicht-) Beschäftigung unselbständiger Arbeitnehmer abstellt und sich daher nicht unbedingt mit der tatsächlichen Betriebsstillegung decken muß. Dies läßt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen: ein Tourismusbetrieb beschäftigt in der Hochsaison einige Angestellte, ausserhalb dieser wird er nur vom selbständigen Inhaber geführt. Obwohl der Betrieb das ganze Jahr über geöffnet hat, wird er als ZU-Betrieb klassifiziert. Die Anzahl der SF-Betriebe, die zumindest einen Monat im Jahr kein Beschäfti¬ gungsverhältnis aufweisen, schwankt zwischen 41 % (1990) und 48 % (1989), gemessen an der Beschäftigung zwischen 1/6 und einem 1/4. Hingegen liegt die Stillegungsrate bei den SU-Betrieben nur zwischen 3 % (1990) und 8 % (1989), wobei 1.5 % der Beschäftigten dieser Betriebe davon betroffen werden. Probleme wirft in diesem Zusammenhang die natürliche Fluktuation der Arbeits¬ kräfte in Kleinbetrieben auf. Dies läßt sich folgendermaßen veranschaulichen: die Sprechstundenhilfe eines Arztes kündigt und es gelingt erst nach 2 Monaten diese