21 4. Zusammenfassung Die vorliegende Studie befaßt sich mit den saisonalen Mustern von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich. Der traditionelle Saisonbegriff stellt dabei auf in gewisser Regelmäßigkeit wiederkehrende unterjährige Schwankungen in der Arbeitskräfteauslastung ab, die damit in erster Linie als ein in Kalenderzeit definier¬ tes Phänomen spezifischer Wirtschaftsklassen behandelt werden können. Davon gedanklich zu unterscheiden ist die Frage, in welchem Ausmaß Betriebe auf temporäre Auslastungschwankungen, die durchaus keinem in Kalenderzeit und/oder Branchenstruktur homogenen Muster folgen müssen, mit kurzfristigen Veränderungen in ihren Beschäftigungsständen reagieren. Die vorliegende Studie legt zwar ihr Hauptaugenmerk auf eine Analyse von Saisonschwankungen am Arbeitsmarkt im traditionellen Sinn, sie versucht aber auch unter Verwendung einzelbetrieblicher Beschäftigungsdaten den unterjährigen Beschäftigungsauf- und - abbau auf Betriebsebene in die Analyse miteinzubeziehen. In aggregierter Betrachtungsweise hat die relative Bedeutung der saisonalen Beschäftigungsschwankungen seit den 50er Jahren abgenommen; in den 70 er Jahren erreichten sie ihr Minimum, sind in den 80er Jahren wieder angestiegen und verharren seither in etwa auf dem selben Niveau. In absoluter Rechnung kann die Saisonkomponente der Beschäftigung gegenwärtig mit 130-140 Tausend Beschäftigungsverhältnissen beziffert werden. Die Saisonkomponente der Arbeits¬ losigkeit liegt absolut gesehen bei knapp unter 100 Tausend, das entspricht unge¬ fähr den Werten wie sie Anfang der 60er Jahre zu verzeichnen waren; in relativer Betrachtungsweise hat aber, in erster Linie infolge des Anstiegs der Gesamt¬ arbeitslosigkeit, das Gewicht der saisonalen Arbeitslosigkeit abgenommen. Nach den vorliegenden Schätzungen entfällt damit gegenwärtig rund ein Drittel aller Arbeitslosigkeitsepisoden und gut ein Fünftel der Gesamtarbeitslosigkeit pro Jahr auf saisonale Arbeitslosigkeit. Zu beachten bleibt dabei, daß saisonale Arbeits¬ losigkeit in dieser Betrachtungsweise nicht mit Arbeitslosigkeit in typischen Saisonberufen gleichzusetzen ist. Denn auch zum Saisontiefstand im Sommer ver¬ bleibt ein nicht unbeträchtlicher Anteil von Personen in Saisonberufen wie Bau oder Fremdenverkehr im Arbeitslosenbestand.