1.2. Aufbau der Studie Die vorliegende Publikation besteht aus zwei Teilen: der Studie selbst und einem Anhang. Im Anhang sind ausgewählte Langfassungen von Beiträgen wiedergegeben, die fUr diese Studie des Beirats angefertigt und hier eingearbeitet wurden. Für diese Beiträge (blaue Blätter) trägt nicht der Beirat die Verantwortung, sondern einzelne Mitglieder der Arbeits- gruppe "Budgetpolitik" . Die Schlußfolgerungen und Empfehlungen sind im nachfolgenden Kapitel 2 der Studie zusammengefaßt. In Kapitel 3 beginnt die eigentliche Analyse. Die "Spielregeln" von Maastricht werden vorgestellt und analysiert. Sodann weiden eine Reihe von vorwiegend statistisch-technischen Fragen beantwortet, die sich in diesem Zusammenhang stellen: Wie grenzen internationale Organisatio- nen (UN, EU, OECD, IMF) jene Kenngrößen ab, mit der sie die Fi~ nanzlage ihrer Mitgliedsländer vergleichen und evaluieren? Vor allem aber: Was versteht die EU im Zusammenhang mit den "Maastricht-Kri- terien" unter den Begriffen "Defizit" und "Verschuldung", und wie ist der "öffentliche Sektor" abgegrenzt? Wie werden die maßgeblichen Kennzahlen berechnet? Daraus leitet sich eine inhaltliche Frage ab: Er- füllt Österreich die fiskalischen Konvergenzkriterien der geplanten WWU? Kapitel 4 lenkt den Blick in das Ausland und versucht eine aktuelle Bestandsaufnahme der Frage: Wie erfUllen die EU- und EFfA-Mitglied- staaten die fiskalischen Maastricht- Kriterien? In Kapitel 5 werden die Handlungsspielräume für die österreichische Wirtschafts- und Finanzpolitik ausgelotet, die sich aus einer angestrebten oder erworbenen Mitgliedschaft bei der WWU ergeben. In diesem Zu- sammenhang werden die Erfahrungen mit der Hanwährungspolitik Österreichs, die ja eine "de facto-Währungsunion" mit Deutschland dar~ stellt, eingebracht. In der geplanten WWU mit endgültig fixen Wechsel- kursen oder einer gemeinsamen Währung und einer zentral koordinier- ten Geldpolitik bleiben zunächst Finanz- sowie Einkommenspolitik autonom handhabbar. Aber die Spielräume zur autonomen Gestaltung der Finanzpolitik sind durch die fiskalischen Konvergenzkriterien deut- lich beschnitten. Das "Maastricht-Regime" bringt neue Herausforderun- gen nicht nur für die Budgetniveau-, sondern besonders auch für die Budgetstrukturpolitik. Es interessieren nicht nur die Begrenzungen und Sanktionen, die aus den geänderten institutionellen Rahmenbedingun- gen resultieren. Vielmehr ergeben sich aus der Einschätzung der Budget- politik einzelner Mitgliedstaaten durch die internationalen Kapital- märkte auch erhebliche Anreize zur Budgetkonsolidierung. Das abschließende Kapitel 6 ist zwei Spezial problemen gewidmet. Die fiskalischen Konvergenzkriterien gelten fUr den gesamten öffentlichen 8