2.2. Technisch-statistische Empfehlungen Der mit dem Vertrag von Maastricht eingeschlagene Weg, Bedingun- gen fur den Eintritt in die Währungsunion in Form von legistisch deter- minierten statistischen Limits - den sogenannten fiskalischen Konver- genzkriterien - festzulegen, ändert den Stellenwert dieser statistischen Kenngrößen. Während bislang, je nach Fragestellung, komplementäre Meßkonzepte der Fiskalpolitik zur empirischen Veranschaulichung der Finanzpolitik herangezogen wurden und ihre jeweilige Adäquanz sowie statistische Implementierung vorwiegend nur in "akademischen Kreisen" in Diskussion standen, werden in Zukunft die beiden Fiskalindikatoren im Sinne von Maastricht für die unmittelbare Beurteilung der Finanzpo- litik eines Landes herangezogen werden, und dies ungeachtet methodi- scher oder eventuell noch weiterer statistischer Probleme. - Die Definition der "Konvergenzkriterien zur Haushaltsdisziplin" auf Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) bedeu- tet eine Aufwertung der finanzpolitischen Bedeutung der VGR-Er- gebnisse - eine Entwicklung, welche die Beseitigung der vereinzelt bestehenden statistischen Lücken in den der VGR vorgelagerten Fi- nanzstatistiken sowie in den VGR-Konten des Staates notwendig erscheinen läßt. Explizit zu nennen wären hier die vollständige Er- fassung der laufenden Gebarung der Landes- und Gemeindefonds sowie bestimmter Bestandsdaten (Sozialversicherungsträger und Gemeindeverbände; Finanzaktiva/Passiva bei allen öffentlichen Rechtsträgern). Eine weitere Standardisierung der Haushaltsver- rechnungsregeln ist fur eine zweifelsfreie VGR-Anwendung gleich- falls erforderlich. Neben den Schritten zur Verbesserung der primärstatistischen Grundlagen wird eine Periode verstärkter Zusammenarbeit des ÖSTA T mit anderen nationalen Stellen in konzeptioneller Hinsicht erforderlich sein, bis die Meldungen an EUROSTAT, vor allem in bezug auf den öffentlichen Schuldenstand, Routinecharakter er- langt haben. - Insgesamt ist der von der EU gewählte Konnex zu den Größen der VGR aus der Sicht des Beirats zu begrüßen, da diese in ein interna- tional abgestimmtes globales Statistiksystem eingebettet sind und dadurch sowohl die Kongruenz mit anderen Eckdaten als auch die internationale Vergleichbarkeit weitgehend gewährleisten. 2.3. Empfehlungen an die Träger der Finanzpolitik ~ Bei der Auswahl der Fiskalindikatoren laut Maastricht wurde die kurzfristige Verfügbarkeit einfacherer Indikatoren der höheren 14