Stabilisatoren ab und maßen der Beschränkung der Ausgaben und der Preisstabilisierung mehr Gewicht zu. Die theoretische Auseinanderset- zung um die Wirksamkeit der Fiskalpolitik wurde dabei hauptsächlich im Rahmen der Diskussion zwischen Fiskalisten und Monetaristen ge- führt. Die etwa ab der zweiten Hälfte der siebziger Jahre in einer Reihe von Ländern auftretenden hohen Budgetdefizite und in der Folge das da~ durch verursachte Anwachsen der Schuldenstände bzw des Zinsendien- stes fuhrten eine Änderung der Orientierung in Richtung von Budget- konsolidierungen bzw. -sanierungen herbei. Zunehmend wurden der Preisstabilisierung bzw. generell der Bedeutung der mittel- bis langfristi- gen Aspekte der Fiskalpolitik der Vorrang gegeben. Zur Beurteilung der neuen Fragestellungen wurden Budgetmaße er- forderlich, mit denen die strukturellen von den konjunkturellen Wir- kungen eines Budgets getrennt werden können. Darüber hinaus werden Indikatoren verwendet, die die inflationären Wirkungen berücksichtigen bzw. wurden auch Maßstäbe diskutiert, die das Finanzvermögen eines Staates in den Defizitbegriff mit einbeziehen. Welche Daten sind internationalUber das öffentliche Defizit bzw. den öffentlichen Schuldenstand vorhanden? Wie sind diese Indikatoren in der "Europäischen Union" definiert? Erfüllt Österreich beide "Maa- stricht-Konvergenzkriterien zur Haushaltsdisziplin"? Wie werden diese Kennzahlen fUr Österreich berechnet? Im folgenden soll versucht wer- den, Antworten auf diese Fragen zu finden. 25 3.2.1. Kenngrößen der internationalen Organisationen (UN, EU, OECD, [MF) Ziel der einschlägigen Veröffentlichungen internationaler Organisa- tionen ist es, möglichst vergleichbare Kenngrößen zur Finanzlage der öf- fentlichen Haushalte ihrer Mitgliedsländer bereitzustellen. Gegenwärtig stehen zur Gebarung der öffentlichen Haushalte der Industriestaaten vier alternative Informationsquellen zur Verfügung. Im einzelnen sind dies: - die Volkseinkommensrechnungen auf Basis des "System of National Accounts" (SNA) der Vereinten Nationen (UN) bzw. des "Europäi- schen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen" (ESVG) der Europäischen Union (EU); - die" Government Finance Statistics" (GFS) des Internationalen Wäh- rungsfonds (lMF); - Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenar- beit und Entwicklung (OECD) ; - Veröffintlichungen des Statistischen Amtes der Europäischen Ge- meinschaften (EUROSTAl) zum Thema Finanzen.