4.2.2. Schuldenstand Die Angaben tiber Schuldenstand sind derzeit nur Richtwerte und ba- sieren auf unterschiedlichen Definitionen und Datengrundlagen. Sie sind daher nur in ihrer Trendentwicklung vergleichbar. Die Primärüber- schüsse haben bisher nicht ausgereicht, um den Schuldenstand der öf- fentlichen Hand abzubauen oder nur zu stabilisieren. Da die Vergröße~ rung der Staatsdefizite in einer Zeit mit niedrigem bzw negativem realen Wachstum und niedriger bzw. sich verlangsamender Inflation auftrat, hatte sie fast überall in der Gemeinschaft einen Anstieg der Schulden- quoten zur Folge. In fünf Mitgliedstaaten - Deutschland, Spanien, Frankreich, Luxem- burg und Vereinigtes Königreich - lag das Verhältnis der öffentlichen Bruttoverschuldung zum BIP unterhalb 60%, verschlechterte sich jedoch seit 1992. Irland erzielte bis 1993 beträchtliche Fortschritte bei der Reduzierung der Schuldenquoten, Portugal hingegen nur bis 1992. Dänemark hat seine Schuldenquote in den achtziger Jahren beträchtlich zurückgeführt, doch zeichnete sich in den neunziger Jahren erneut eine steigende Tendenz ab. In Belgien, Griechenland und Italien wuchs das Verhältnis des öffent- lichen Schuldenstandes zum BIP erneut rasch an und liegt 1993 auf sehr hohem Niveau. Die Situation ist für diese drei Mitgliedstaaten besonders besorgniserregend, weil deren Schuldenquoten über der 100% Marke liegen und sich noch nicht stabilisiert haben. Das Zusammenwirken einer hohen Staatsverschuldung und hoher Zinsen hat zu steigenden Zinszahlungen geführt, die in einer Reihe von Ländern inzwischen mehr als 10% des BIP ausmachen. Selbst einige Länder mit einem vergleichsweise niedrigen Schuldenstand sehen sich zur Zeit einer Zinsbelastung historischen Ausmaßes gegenüber (Däne- mark, Portugal und in geringerem Ausmaß auch Spanien und die Nie- derlande). 4.3. Die Entwicklung in den EFTA-Staaten Die Entwicklung der Haushaltsdefizite in den EFTA-Ländern zeigt ein ähnliches Bild wie in den EU-Ländern. Die Entwicklung der Haus- halts defizite in den EFTA-Staaten zeigt ebenfalls eine Verschlechterung der Haushaltslage ab 1991 und besonders ab 1992/1993. Insbesondere Schweden, welches noch 1990 einen Haushaltsüber- schuß (»Net Lending") aufweisen konnte, wurde von der wirtschaftli- chen Rezession voll erfaßt und wies 1993 ein Defizit (»Net Borrowing") von 14,7% des BIP auf. Dieselbe Situation ergibt sich in Finnland mit einem Defizit von 9,1% des BIP (1993). Norwegen, Schweiz und Öster- 39