Wirkungen sind in einem gemeinsamen Markt nicht auf die inländi- sche Wirtschaft zu beschränken (Erfordernis internationaler Aus- schreibungen, Importneigung). - Bei der Einnahmenstruktur ist die Variation ebenfalls einge- schränkt. Bei den indirekten Steuern wird die Harmonisierung den Spielraum einschränken. Eine Erhöhung würde die Wettbewerbsfä- higkeit verringern, eine Senkung müßte, wenn der Rahmen der ge- samten Einnahmen nicht gesenkt werden soll, durch eine Erhöhung direkter Steuern ausgeglichen werden. Aber auch die direkten Steu- ern können nicht stark erhöht werden, weil das die Wettbewerbsfä- higkeit verringert und bei der größer werdenden Mobilität der Un- ternehmen und Arbeitskräfte zu einer Erosion der Bemessungs- grundlagen führt (vgl. dazu die Arbeit von Gall/Hofer/Keuschnigg über einen internationalen Belastungsvergleich der Besteuerung im Anhang dieses Bandes). Insgesamt dürften auch bei den direkten Steuern nur wenig spezifische Strukturänderungen möglich sein, die eine Reaktion auf externe Schocks erlauben. Das schließt nicht aus, daß es innerhalb des Systems der direkten Steuern und der So- zialversicherungsbeiträge zu Strukturänderungen kleineren Ausma- ßes kommen kann. 5.2. Die Einengung des fiskalpolitischen Spielraumes durch die internationalen Kapitalmärkte Die Kriterien von Maastricht durfen nicht nur als EU-interne Rechts- normen gesehen werden. Sie haben bewußtseinsbildend auf die Einschät- zungen des Länderrisikos durch die internationalen Kapitalmärkte ge- wirkt. Diese einmal vorgenommene Bewußtseinsbildung wird sich vor- aussichtlich auch nicht ändern, wenn der Kriterienkatalog von der EU selbst abgeschwächt werden sollte. Die völlige Freigabe des internationalen Kapitalverkehrs, in Öster- reich endgültig seit dem 4. November 1991, faktisch aber schon weit frü- her, hat, zusammen mit der informationstechnischen Revolution im Geld- und Kreditwesen die Rahmenbedingungen jeder Fiskalpolitik grundlegend verändert. Maßgeblich ist nicht nur, ob eine fiskalpolitische Maßnahme binnenwirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht, maßgeblich ist auch wie sie in den Augen der internationalen Finanzwelt aufgenommen wird. Für letztere bedeutsam ist freilich auch die politische Wertung be- stimmter fiskalpolitischer Maßnahmen im jeweiligen Inland: Werden Maßnahmen allgemein gutgeheißen oder doch zumindestens akzeptiert, oder werden sie von einem Teil der relevanten politischen Öffentlichkeit heftig bekämpft? Denn Maßnahmen, die scharfe Kontroversen auslösen, können leicht wieder umgestürzt werden, was zu Unsicherheit und damit 47