28 III. Zusammenfassung Die vorliegende Studie beleuchtet einige Aspekte der Arbeitsmarktintegration von Lehrlingen. Anhand einer Stichprobe aus der Versicherungsdatei des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger können für zwei Kohorten von Lehranfängern der Jahre 1981 bzw. 1985 die Beschäftigungsverläufe bis zum Jahr 1991 nachgezeichnet werden. Die Ergebnisse unterliegen zwar aufgrund des administrativen Charakters der Sozialversicherungsdaten einigen Einschränkungen (z.B. sind keine Informationen über die Qualifikation von Tätigkeiten verzeichnet), die Befunde bestätigen indes eindrucksvoll die enorme Dynamik von Mobilitätsströmen in spezifischen Arbeitsmarktsegmenten. Bereits die Lehrverhältnisse selbst sind durch ein hohes Maß an Umschlag gekenn¬ zeichnet. Rund 40% der Lehranfänger brechen ihr Lehrverhältnis. im Erst-Ausbil- dungsbetrieb vor Ablauf der Ausbildungszeit ab; zwar tritt die Mehrzahl der Lehrabbrecher später neuerlich eine Lehrstelle an, aber selbst bei Aufsummierung aller Lehrzeiten erreicht jeder fünfte Lehranfänger der beiden Kohorten keine Norm- Ausbildungszeit als Lehrling. Die Abbruchrate im Lehrausbildungssystem liegt damit mit rund 20 % etwa doppelt so hoch als bisherige Schätzungen ergeben haben. Weit geringer als häufig angenommen, aber obigem Ergebnis durchaus korrespon¬ dierend, liegt hingegen nach den vorliegenden Befunden die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Weiterbeschäftigung im Ausbildungsbetrieb des Erst-Lehrverhältnisses. Zum Stichtag zehn Jahre nach Beginn des Lehrverhältnisses war nicht einmal jeder zwanzigste Lehranfänger der Kohorte 1981 noch bzw. wieder im Ausbildungsbetrieb beschäftigt. Selbst von jenen Lehranfängern des Jahres 1981, die gleich im ersten Ausbildungsbetrieb eine Norm-Lehrzeit absolvierten, sind nur etwa neun Prozent zehn Jahre später in diesem Betrieb als Arbeiter oder Angestellte tätig. Selbst wenn diese Weiterbeschäftigungsrate durch artifizielle Re-Definition von Dienstgebern (etwa infolge von Änderungen in der Rechtsform des Unternehmens oder Eigentümerwechsel) nach unten verzerrt sein mag, so deuten diese Befunde doch auf enorme Externalitäten im dualen Ausbildungssystem hin.