10 2. Grundlagen des erfolgreichen Aufholprozesses Irland ist in den siebziger Jahren (1973) der Europäischen Gemeinschaft beigetre¬ ten, um sich als Standort für internationale, v.a. US-amerikanische Investitionen zu profilieren. Dazu wurden großzügige Steuerprivilegien gewährt (nur 10% Körper¬ schaftssteuer für alle Industrieunternehmungen, welche primär für den Export produ¬ zieren, im Unterschied zu 38% für die übrigen), deren Geltung die EU bis zum Jahr 2010 akzeptiert hat. Durch eine eigene Organisation (IDA) wird systematisch und forciert Investorenwerbung und Betriebsansiedlung betrieben. Der Erfolg stellte sich jedoch zunächst nicht ein. In der ersten Hälfte der achtziger Jahre war die politische Lage wenig stabil, es kam zu großen Arbeitskonflikten. Die Wirtschaft stagnierte nahezu, die Inflation überschritt 1981 die 20% Grenze, die Ar¬ beitslosigkeit lag bei 17%, das hohe Budgetdefizit (über 10%) ließ die Staatsschuld auf fast 120% des BIP (1986) ansteigen. Die grundlegende Wende von dieser negativen Entwicklung zur positiven Perfor¬ mance der letzten 10 Jahre trat 1987 ein, als der erste umfassende Pakt zwischen Regierung, Gewerkschaftsorganisation (ICTU) und Arbeitgebern (IBEC) abgeschlos¬ sen wurde. Gemeinsam wurde ein "Programme for National Recovery" (PNR) erar¬ beitet, das Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen und zur Beschäftigungs¬ politik sowie die Entwicklung eines institutionellen Rahmens für die Sozialpartner¬ schaft vorsah. Seither sind drei weitere nationale Abkommen geschlossen worden, zuletzt (im Dezember 1996) das "Partnership 2000 for Inclusion, Employment and Competitiveness." Kernstück des "Partnership 2000" sind Orientierungswerte für eine ausgewogene makroökonomische mittelfristige Wirtschaftsentwicklung, mit welcher das inflations¬ arme hohe Wachstum der letzten Jahre fortgesetzt werden soll. Bis zum Jahr 2000 soll das Durchschnittseinkommen brutto um 9,25% zunehmen, durch Senkung der Einkommensteuerbelastung soll das verfügbare Einkommen um 14% zunehmen.