15 4. Zukunftsaussichten und Risken Einige der günstigen Entwicklung zugrundeliegenden Faktoren sind von absehbarer begrenzter Dauer. Als Folge des erhöhten Einkommensniveaus wird es ab 1999 kei¬ nen Ziel 1-Status für das gesamte Territorium der Republik Irland mehr geben, son¬ dern nur noch für Teile davon. Das heißt wahrscheinlich, daß im Gebiet der Haupt¬ stadt Dublin keine so großzügigen Unternehmenssubventionen mehr möglich sein werden. Auch der Mittelzufluß aus dem EU-Haushalt wird sich deutlich verringern. Den Verantwortlichen ist dies bewußt, man bemüht sich allerdings um "Übergangs- regeiungen", welche das plötzliche Versiegen des Geldstromes vermeiden lassen sollen. Noch länger - für den Finanzsektor bis 2005 und für die Industrie bis 2010 - kann Ir¬ land mit der präferentiellen Körperschaftsbesteuerung werben. Von wesentlicher Bedeutung ist auch die Frage, ob die wirtschafts- und sozialpoliti¬ sche Kooperation von Regierung und Sozialpartnern nach 2000 fortgesetzt werden kann. Der Gewerkschaftsbund ICTU sieht hier Probleme, da auf der betrieblichen Ebene die Gewerkschaften von den Unternehmungen nicht als gleichberechtigter Partner akzeptiert werden und die Bereitschaft der Mitglieder und Funktionäre ab¬ nimmt, weiterhin Abkommen dieser Art zu unterstützen und mitzutragen; Sozialpart¬ nerschaft ist in Irland weitgehend eine Zusammenarbeit der Spitzenverbände ohne Korrelat auf der mittleren und unteren Ebene. Die Regierung sucht dies dadurch zu kompensieren, indem die Gewerkschaften in die Wirtschafts- und Sozialpolitik auf lokaler Ebene eingebunden werden. Probleme könnten sich m. E. in nächster Zeit auch aus der starken Währungsauf¬ wertung im Gefolge des brit. Sterling ergeben. Insgesamt gesehen ist der wirtschaftliche Erfolg Irlands vor allem im Verhältnis zu Großbritannien, das für Irland als Vergleichsland eine ähnliche Bedeutung hat wie Deutschland für Österreich, überaus eindrucksvoll und muß nicht zuletzt im Kontext