beitslosigkeit signifikant abzubauen. Es wird auch eine Erhöhung der Be· schäftigungsintensität des Wachstums notwendig sein, z. B. durch Ausweitung arbeitsintensiver Dienstleistungen. Während die Zahl der Arbeitsplätze weiterhin von der wirtschaftlichen Dy· namik abhängt, hat sich die Arbeitslosigkeit teilweise von der Beschäftigungs· entwicklung abgekoppelt. Die Erfahrung zeigt, daß das Arbeitsangebot in Österreich stark im Konjunkturverlauf schwankt: Im Abschwung dämpft der RUckzug von Erwerbstätigen den Anstieg der Arbeitslosigkeit; im Konjunk- turaufschwung geht die Arbeitslosigkeit jedoch nur langsam zurUck, weil zu· sätzliche Arbeitskräfte - insbesondere Ausländer und Frauen aus der stillen Reserve - auf dem Arbeitsmarkt auftreten. Die rapide Erhöhung des Angebots an ausländischen Arbeitskräften, nicht zuletzt in Folge der Ostöffnung, zu Beginn der neunziger Jahre hat gezeigt, welche Spannungen eine sprunghafte Angebotssteigerung nach sich ziehen kann: insbesondere Abbau von älteren inländischen Arbeitskräften und stei· gende Arbeitslosigkeit von bereits ans!lssigen Ausländern. Die kunftige Aus· länderbeschäftigungspolitik ist daher so zu gestalten, daß negative Effekte auf die Arbeitslosigkeit vermieden werden (geordneter Zugang). Schließlich sind die regionalen Unterschiede in den Arbeitslosenquoten sehr hoch. NotIeidende alte Industriegebiete und ländliche Regionen sind be· sonders betroffen. Die wirtschaftliche Integration fUhrt zu einer Verschärfung der regionalen Disparitäten und damit zu einer steigenden Bedeutung der Re· gionalpolitik. 37 1.3. Hohe Dynamik des lIsterreichischen Arbeitsmarktes Die Dynamik des österreichischen Arbeitsmarktes ist größer, als vielfach angenommen wird. Selbst bei unveränderter Gesamtbeschäftigung gehen pro Jahr mehr als 100.000 Arbeitsplätze durch Beschäftigungsabbau in schrump~ fenden Betrieben und durch Stillegungen verloren, gleichzeitig entstehen 100.000 neue Arbeitsplätze. Zu etwa zwei Dritteln vollziehen sich die Arbeits· kräfteumschichtungen innerhalb der einzelnen Branchen. Nicht nur die zwischenbetriebliche Mobilität ist in Österreich relativ hoch, auch der Wechsel zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit ist häufig - selbst wenn man saisonale Bewegungen ausschaltet. Der Anstieg der Arbeits· losigkeit ist auch durch steigende "Sucharbeitslosigkeit" mitverursacht. 1.4. Schattenwirtschaft Die Schattenwirtschaft (widerrechtliche Nichtanmeldung bei der Sozial· versicherung, Schwarzarbeit, Pfusch, Geschäfte ohne Rechnung) stellt eine unfaire Konkurrenz rur Betriebe wie Arbeitnehmer dar. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe sind weniger dem globalen Wettbewerb als der Konkur· renz der Schattenwirtschaft ausgesetzt. Durch die Kapitalmobilität wurden die Möglichkeiten der Steuerumgehung ,wesentlich erhöht. Der Versuch der Kompensation der steuerlichen Ausfltlle