43 1.12. Steuern und Abgaben auf Arbeit Die steigende Abgabenbelastung des Produktionsfaktors Arbeit löst Substi- tutionseffekte aus und schrllnkt damit das Wachstumspotential arbeitsintensi- ver Branchen ein. Der Produktionsfaktor Arbeit ist in Österreich auch nach der Steuerreform 1994 (z. B. Einführung der Kommunalabgabe) stark belastet. Die Sozialversicherungsbeiträge sind in Österreich deutlich höher als im OECD-Durchschnitt, die Abgabenquote liegt im oberen Mittelfeld, während die Verbrauchsteuern etwa auf dem internationalen Niveau und die direkten Steuern deutlich darunter liegen. Möglichkeiten zur Verringerung der Abgabenbelastung des Faktors Arbeit bestehen u. a. im Bereich der Kommunalabgabe, des Familienlastenausgleichs und des Wohnbaullirderungsbeitrags. Diese Abgaben könnten durch andere Besteuerungsformen ersetzt werden. Umfassende Änderungen der Steuer· und Abgabenbelastung des Faktors Arbeit bedürfen jedoch gesamteuropäischer Lösungen. 2. EmpfehluoKeo 2.1. Qualifikation 2.1.1. Qualifikation als Standortfaktor Für hochentwickelte Industrieländer stellt die Qualifikation der Arbeitskräf- te einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Das österreichische Bildungs- system ist deshalb gefordert, rasch und flexibel auf die wirtschaftlichen und technischen VerlInderungen zu reagieren. Die OECD weist in ihrer "Jobs Stu- dy" darauf hin, daß die mangelnde Flexibilität des Bildungssystems ein Faktor sein kann, der zum Anstieg der Arbeitslosigkeit beiträgt. Der Qualifikation kommt tUr die Standortattraktivität und tUr die Arbeits- marktchancen große Bedeutung zu. Eine Erhöhung des Qualifikationsniveaus stärkt nicht nur die Beschl1ftigungschancen des einzelnen, sondern sie steigert auch die Wettbewerbsfllhigkeit der Gesamtwirtschaft und die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. 2.1.2. Berufliches Weiterbildungssystem In der vorliegenden Studie steht die berufliche Weiterbildung im Vorder- grund. In einer sich rasch wandelnden Berufswelt spielt sie eine immer wichti- gere Rolle. Berufliche Weiterbildung setzt nach der Erstausbildung an und soll berufs- und lebensbegleitend ständig möglich sein. Sie soll phasenweise mit der Arbeit verflochten werden, wobei der Zugang derzeit noch weiterbildungs- ferner Gruppen zu berücksichtigen und die Teilnahme tUr das Unternehmen handhabbar zu machen ist.