46 möglichst hoher Effizienz einsetzen zu können und gleichzeitig für eine faire Wettbewerbssituation zwischen den Anbietern zu sorgen. Eine umfassende Ausweitung der beruflichen Weiterbildung ist bisher an Finanzierungsfragen und an der arbeits- und sozialrechtlichen Absicherung während der Weiterbildungszeit gescheitert. Eine Weiterbildungsoffensive setzt folglich Verbesserungen bei diesen beiden zentralen Punkten voraus. Die Unternehmen sind grundsätzlich an der Weiterbildung für unmittelbar verwertbare Fähigkeiten interessiert. FUr solche betriebsspezifischen Weiter- bildungsmaßnahmen sollten die Unternehmen die Finanzierung und die Ar- beitszeit bereitstellen. Das andere Extrem bilden Weiterbildungsmaßnahmen, die ausschließlich im Interesse der Mitarbeiter liegen. Diese sollten gegebenenfalls Freizeit und auch Geld dafür zur Verfügung stellen. Über Gleitzeitkonten sollte den Mitar- beitern jedoch erleichtert werden, Freizeit rur Weiterbildung im Block in An- spruch zu nehmen. In vielen Fällen beruflicher Weiterbildung wird es sich jedoch um einen Mittelweg handeln, der betriebsspezifische und allgemeine, transferierbare Fä- higkeiten vermittelt. Die Finanzierung solcher Maßnahmen soll Gegenstand von Kollektivverträgen sowie Betriebsvereinbarungen sein und nicht aus- schließlich individuellen Vereinbarungen Uberlassen werden. Es sind keine gesetzlichen Regelungen notwendig, wenn über diesen Weg der Anspruch auf Weiterbildung einlösbar und erlebbar wird. Die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten wird auch vom Europäi- schen Sozialfonds im Rahmen des Zieles 4 gefördert. Das stellt eine Erleichte- rung rur die Finanzierung von Weiterbildungsaktivitäten dar, da der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Mittel bisher auf Arbeitslose beschränkt war. Der effi- ziente Einsatz dieser ESF-Mittel setzt voraus, daß bewußt ein Zusatzeffekt an- gestrebt wird, der Mitteleinsatz darf nicht nach dem Gießkannenprinzip erfol- gen, und eine größere Praxisnähe der Weiterbildung erfordert, daß der Bedarf an Weiterbildungskursen auflokaler Ebene besser erfaßt wird. Eine Schwerpunktsetzung in der Weiterbildung erscheint sinnvoll, um zu- mindest die Finanzierung bestimmter vorrangiger Projekte durchsetzen zu können. 2.1.5. Nachweisefar berufliche Weiterbildung Das gleichzeitige Bestehen eines berufsbildenden Schul- und Weiterbil- dungssystems läßt eine Anrechnung von berufsbegleitend erworbenen Kennt- nissen in weiten Bereichen möglich erscheinen. Zertifikate zur allgemeinen Anerkennung von Bildungsabschlüssen sind notwendig. Formale Berechti- gungen erhöhen die Motivation zur Weiterbildung und die Durchlässigkeit des gesamten Bildungssystems. Die Transferierbarkeit der in der Weiterbildung erworbenen Qualifikatio- nen soll durch Standardisierung (Curricula rur Weiterbildung) gefördert wer- den, ohne dadurch die Flexibilität des Systems in Frage zu stellen. Die berufli- che Weiterbildung muß einen gültigen Nachweis der erworbenen Qualifikation