formation der Erwachsenen über die breite Palette der Weiterbildungsmög- lichkeiten (via Datenbanken und zentrale Informationsstellen). Die Ausbildungs- und Berufswahl scheint sich nach wie vor zu sehr an momentanen individuellen Interessen und Präferenzen statt an den langfristi- gen Berufschancen zu orientieren. Kostenlose Ausbildung fUr private Interes- sen mit nachfolgender kostenloser Umschulung bedeutet gesamtwirtschaftlich und -gesellschaftlich eine ineffiziente Verwendung der zur VerfUgung stehen- den Mittel. Die Forderung nach einer Verbesserung der Berufsberatung fUr Maturanten ist nach wie vor aktuell, obschon durch den Ausbau von Studien- und Berufs- informationsmessen sowie Beratungszentren bereits Fortschritte erzielt wur- den. Die Berufsinformationszentren sollten verstärkt auch auf die Bedürfnisse erwachsener Ratsuchender ausgerichtet werden. Für die Hauptschule und AHS-Unterstufe haben die Sozialpartner ein Kon- zept zur Neugestaltung von Berufs- und Bildungswegorientierung erarbeitet, dessen Umsetzung in der Arbeitsgruppe des Unterrichtsministeriums vorange- trieben werden sollte. 2.1.8. Lehrlingsausbildung Die duale Berufsausbildung hat zweifellos ihre Verdienste fUr die Integrati- on junger Menschen in das Arbeitsleben. Sie hat sicherlich in den letzten Jahr- zehnten zur Verbesserung des Facharbeiterangebots fUr die Wirtschaft und zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit beigetragen. Reformen sind jedoch auch in diesem Bereich notwendig: Nur eine breit angelegte berufliche Erstausbildung, die verstärkt auf die Vermittlung immer wichtiger werdender sozialer und kommunikativer Fähigkeiten abstellt, wird den notwendigen Beitrag zur Sicherung des Standorts Österreich und zur Mo- tivation zu berufsbegleitender Weiterbildung leisten können. Im Bereich der Lehrlingsausbildung ist eine bedarfsorientierte Ausbildung in breiter angelegten Lehrberufen anzustreben. Die Sozialpartner einigten sich deshalb auf die Etablierung von "Gruppenlehrberufen" mit Fachrichtungen. Weiters soll der Anteil technisch hochwertiger Lehrplätze erhöht werden. Jugendliche müssen stärker zu technisch hochqualifizierten Lehrberufen mo- tiviert werden, gleichzeitig sollten Lehrplätze in diesen Bereichen besonders forciert werden. Die Sozialpartner einigten sich unter anderem auf eine Förde- rung der Lehrwerkstätten. In einfacheren Lehrberufen sind die Abwande- rungsquoten oft sehr hoch, Umschulungen in andere, berufsfremde Bereiche nicht selten. Die Möglichkeit fUr Lehrabsolventen, über entsprechende Bildungsgänge eine "berufliche Reife" (mit Hochschulberechtigung) erlangen zu können, ist ein wesentlicher Schritt zur Aufwertung des Facharbeiters. Im Bereich der dualen Berufsausbildung sind aber nicht nur qualitative Weiterentwicklungen, sondern auch akute quantitative Probleme zu bewälti- gen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den Folgen des sinkenden 48