mittelfristig ein positiver Beschäftigungsimpuls ergeben. Darüber hinaus könnte auch mit dem selben Kapitalstock (bei gegebenen Investitionen) mehr Beschäftigung erzielt werden. Verlängerte Betriebszeiten als Maßnahme im Standortwettbewerb fUr be- stimmte Betriebe oder Branchen sind vor allem dann notwendig, wenn andere Länder mit ähnlichen Produktionsbedingungen wie Österreich den internatio- nal operierendon Unternehmen über die Entkoppe1ung von Betriebszeiten und Arbeitszeiten eine deutlich höhere Kapitalproduktivität offerieren. Der Beirat empfiehlt daher unter dem Gesichtspunkt der Beschäftigungssicherung insbe- sondere fl.Ir Bereiche mit hoher Kapitalintensität der Produktion die Entkoppe- lung von Betriebszeiten und Arbeitszeiten zur Ermöglichung von Kosten- und Preissenkungen, soweit dies unter Wahrung berechtigter Arbeitnehmerinteres- sen möglich ist. 2.2.2. Anpassung der Arbeitszeit an Produktionsschwankungen In jenen Bereichen, in denen Flexibilität fUr die Nachfrage durch die Kon- sumenten oder nachgelagerte Unternehmen eine entscheidende wettbewerbsre- levante Qualitätsdimension ist, kann eine Anpassung der Arbeitszeit an Pro- duktionsschwankungen eine sinnvolle Maßnahme sein. Der Beirat empfiehlt daher, bei der Umsetzung der neuen Möglichkeiten des Ausgleichs von Auftragsschwankungen durch Anpassung der Arbeitszeit an Produktionsschwankungen auf die Beschäftigungswirkung zu achten. Posi- tive Beschäftigungseffekte sind insbesondere zu erwarten, wenn Mehr- und Überstunden abgebaut und der Zeitausgleich vor allem in geblockter Form er- folgt. über den jeweils praktischen Einsatz muß von den Sozialpartnern auf betrieblicher bzw. überbetrieblicher Ebene entschieden werden. 2.2.3. ArbeitszeitverkiJrzung Wird die Regelarbeitszeit verkürzt, so bietet dies theoretisch die Möglich- keit, das vorhandene Arbeitsvolumen auf mehr Menschen aufzuteilen. Diese Möglichkeit wird insbesondere angesichts der durch den steten technischen Fortschritt bedingten Steigerung der Kapitalproduktivität weiter Bestandteil des Repertoires der Arbeitszeitpolitik sein. Allerdings können auch gegenläufige - also negativ beschäftigungswirksa- me - Nebeneffekte auftreten: Diese ergeben sich vor allem aus der Verschlech- terung der internationalen Weubewerbsfähigkeit der Betriebe und der daraus resultierenden - je nach Wirtschaftsbereich unterschiedlich möglichen - Überwälzung der Kosten auf die Preise. Voraussetzung fUr eine positive Be- schäftigungswirkung von Arbeitszeitverkürzung ist weiters grundsätzlich eine relative Homogenität des Arbeitsmarktsegmentes; bei einem segregierten Ar- beitsmarkt (z. B. Facharbeitermangel) ist mangels Arbeitskräfteangebot kein Beschäftigungseffekt zu erwarten. Daraus ergibt sich, daß das Problem der Arbeitszeitverkürzung am besten den KV-Partnem in deren Verantwortungsbereich zu überlassen und vorerst 50