51 von einer generellen Vorgangsweise Abstand zu nehmen ist. Dies schließt aber ArheitszeitverkUrzung auf branchen- und betrieblicher Ebene nicht aus. So kann etwa in bestimmten Fällen ArbeitszeitverkUrzung auf betrieblicher Ebene in Verbindung mit Arbeitszeitflexibilisierung zur Verhinderung von Arbeits- platzabbau ("VW-Modell") oder auch Schaffung von zusätzlicher Beschäfti- gung eine sinnvolle Maßnahme darstellen. Ein weiterer Ansatzpunkt fllr ArbeitszeitverkUrzung wäre der Abbau re- gelmlißig geleisteter Überstunden. Wo Überstunden nicht nur zur Abdeckung fallweiser Arbeitsspitzen, sondern permanent geleistet werden, sollten diese überstunden aus beschäftigungspolitischer Sicht reduziert und durch entspre- chende NeueinsteIlungen ersetzt werden, soweit dies auch betriebswirtschaft- lieh machbar ist. Neue Varianten zur Verteilung von Arbeit werden im nächsten Kapitel aus- gefUhrt. 2.2.4. Modelle der Verteilung von Arbeit zur Schaffung von mehr Beschtifilgung Der Beirat hat sich vor allem mit zwei konkreten Modellen der "Umver- teilung" von Arbeit auseinandergesetzt: Job-Rotation - in Form einer vorüber- gehenden übernahme eines Arbeitsplatzes eines karenzierten Arbeitnehmers durch einen Arbeitslosen - und Teilzeitarbeit. Modelle, die auf eine Reduktion der Arbeitszeit bei vermehrter Freizeit des einzelnen hinauslaufen, können sich auch auf die Motivation, auf Kranken- stände, auf die Produktivität und letztlich die Lebensarbeitszeit auswirken. Eventuelle kontraproduktive Effekte wie ein Ansteigen der Schwarzarbeit in der erworbenen Freizeit wären zu untersuchen und gegebenenfalls Gegenmaß- nahmen zu ergreifen. Sich daraus ergebende Einsparungen im Bereich der Ar- beitslosenversicherung könnten durch eine entsprechende Umschichtung fllr aktive Maßnahmen wie Weiterbildung, Förderung von Beschäftigung u. ä. oder gegebenenfalls auch fllr Beitragssenkungen verwendet werden. Der Beirat empfiehlt, die im folgenden beschriebenen Möglichkeiten in zeitlich begrenzten Modellversuchen und Pilotprojekten verstärkt zu forcieren und zu erproben und unter Einbindung der Sozialpartner auf ihre Auswirkun- gen hin zu untersuchen. 2.2.4.1. Job-Rotation-Modelle - Bildungskarenz Sabbaticals und andere Formen der Jobrotation werden europaweit zuneh- mend wichtige arbeitsmarktpolitische Instrumente, die die Arbeitsvermittlung zur Sicherung eines gut funktionierenden Arbeitsmarktes nutzen kann. Dabei mUssen die BedUrfnisse der Lohnempfänger, der Arbeitslosen und der Arbeit- geber gleichermaßen berücksichtigt werden. Als mögliches Modell der Jobrotation steht die maximal einjährige Karenz fllr anerkannte Ausbildungszwecke ausgenommen Hochschulstudien bei gleichzeitiger Einstellung eines Langzeitarbeitslosen (Dänisches Modell) zur