Die Dienstleistungsproduzenten reagierten auf den überproportionalen Kostenanstieg, indem sie die Bemühungen um Produktivitätserhöhungen durch Standardisierung (Beispiel fast food), organisatorische Verbesse- rungen und Einsatz von Maschinen etc. verstärkten. - lnfolge der hohen Abgabenbelastung des Produktionsfaktors Arbeit liegt der Brutto-Stundenpreis der Dienstleistungserbringer, d. h. die Kosten personenbezogener Dienstleistungen, in der Regel (weit) über dem Net- to-Stundenlohn der Dienstleistungsnachfrager. Der Durchschnittsverdie- ner kann sich eine offiziell erbrachte Dienstleistung demnach kaum lei- sten. Dies begünstigt das Wachstum der Schattenwirtschaft. Auch der "Hunger nach Tertiärem" weist Sättigungsgrenzen auf. Als Be- schränkung fungiert insbesondere der Zeitaufwand, den der Konsum von kulturellen, unterhaltenden, pflegenden etc. Diensten erfordert. 7.3.4. Administrative und soziale Dienstleistungen Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in den Öffentlichen Einrichtun- gen nahm 1986/1994 um 75.500 zu, im Gesundheitswesen um 41.800. Im Unterrichtswesen war der Zuwachs nur leicht überdurchschnittlich. - Die Nachfrage nach Leistungen des Bildungs-, Gesundheits- und Für- sorgewesens ist wesentlich von der Altersstruktur der Bevölkerung ab- hängig. Die Dienstleistungen dieser Kategorie leiden ebenfalls an der Baumol- sehen Kostenkrankheit; sie sind dem Typus "stagnierender" oder besten- falls jenem "asymptotisch stagnierender" Dienstleistungen zuzuordnen. - Der soziale Bedarf an Leistungen des Unterrichts- und Gesundheitswe- sens einerseits, die hohen Kosten der Leistungserstellung in diesen Be- reichen andererseits bedingen die Finanzierung dieser Leistungen über Steuern und Abgaben. Aufgrund der weit überdurchschnittlichen Ko- stenerhöhungen stößt die Ausweitung der genannten Leistungen an fi- nanzielle Grenzen. Diese Grenzen bestehen zum einen im Steuerwider- stand der Steuerzahler bzw. Abgabeptlichtigen, zum anderen in der Notwendigkeit der Budgetkonsolidierung. 87