Ill. QUALIFIKATION 89 1. Evalulerung der Beiratsstudien "Qualifikation 2000" und "Wirtschaftsstandort �sterreich" 1.1. VorbemerkunI: Im vorliegenden Kapitel wird dargestellt, ob bzw. inwieweit die das Bil- dungswesen betreffenden Empfehlungen des Beirats ftlr Wirtschafts- und So- zialfragen aus den Studien "QualifIkation 2000" und "Wirtschaftsstandort �sterreich" bislang umgesetzt wurden. Derartige Empfehlungen sind im nach- folgenden Text kursiv gestellt. Ausgangspunkt der �berlegungen und Empfeh- lungen aus der Beiratsstudie "QualifIkation 2000" bildet die Feststellung, da� die relative Bedeutung der schulischen bzw. universit�ren Berufsvorbildung und der beruflichen Erstausbildung tendenziell abnimmt, w�hrend die Aktuali- t�t und Angemessenheit der beruflichen Qualifikation im vermehrten Umfang durch Ma�nahmen der Weiterbildung zu bewerkstelligen sein werden. In die- sem Zusammenhang kann ein der Erwerbsll1tigkeit vorgelagertes "Lernen auf Vorrat" im Bildungssystem der Zukunft funktional nur mehr in enger werden- den Grenzen sinnvoll sein. Die Ma�nahmen im Bildungssystem sollten daher im sttirkeren Umfang neben der Anbahnung konkreter berufsfachlicher Kompetenzen vor al- lem auch auf solche Bildungsinhalte abgestellt sein, die sich als Grund- lage ftlr weitergehende Ma�nahmen der beruflichen Weiterbildung (etwa im Sinne von Schl�sselqualifikationen) als zweckmii�ig erweisen. - Analog ergeben sich komplement�re Implikationen im Hinblick auf Ma�nahmen der beruflichen Weiterbildung, die konzeptionell ma�ge- schneidert auf bereits erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten aufbauen sollten. Gerade vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung der beruflichen Weiterbildung ergibt sich nicht zuletzt die Notwendigkeit einer Neubetrach- tung in den Lehrpl�nen der Schulen. Die GrUnde ftlr erforderliche Beschr�n- kungen in der Erstausbildung sind vielschichtig. Zu nennen sind u. a. die Ge- fahr einer inhaltlichen und zeitlichen �berfrachtung des betreffenden Bil- dungsganges sowie die mit der Erstellung langfristiger Berufsentwicklungs- prognosen verbundenen Unsicherheiten. F�r das Bildungssystem ist ferner festzustellen, da� allf�llige strukturelle Ver�nderungen mit einem betr�chtli- chen Zeitaufwand verbunden sind, so da� die getroffenen Ma�nahmen trotz vielversprechender AbstimmungsbemUhungen insbesondere im berufsbilden- den Schulwesen nur schwerlich mit der Dynamik einer sich �ndernden Ar- beits- und Berufswelt Schritt zu halten verm�gen. Aufgrund dieser Ausgangs- lage ist es nicht sinnvoll, den Bildungsauftrag der Schule auf die Vermittlung unmittelbar beruflich verwertbarer QualifIkationen zu beschr�nken. In diesem Sinne ergibt sich eine funktionale Aufgabenteilung zwischen dem Lernen, das der Erwerbstlttigkeit vorgelagert ist, und dem Lernen der be-