Veränderungen betreffen Produkte und Produktionsverfahren, Organisation und Technik, politische, gesellschaftliche und damit auch volkswirtschaftlich relevante Rahmenbedingungen in gleicher Weise. Dieser Druck zum Wandel wird durch die Integration in die EU zusätzlich verstärkt. Die Fähigkeit und die Bereitschaft zum adäquaten Umgang mit diesen Ver- änderungen, die entsprechende Motivation und der Wille der ArbeitnehmerIn· nen und der Arbeitgeber sowie die erforderlichen Rahmenbedingungen und Zugänge zur Weiterbildung sind die grundlegenden Voraussetzungen, die sich durch alle Arbeitsbereiche, Berufstätigkeiten und Branchen ziehen. Die intensivierte wirtschaftliche Vernetzung stellt nicht nur pragmatische Anforderungen ~ z. B. Sprachkenntnisse - sondern fordert zu offenem Den- ken, zur Mobilität, zur Beschäftigung mit Märkten, Gesellschaften, Kulturen und Mentalitäten heraus. Aus den geänderten Rahmenbedingungen und Qualifikationsanforderungen ergeben sich Herausforderungen rur das gesamte Bildungswesen, das neben seinen gesamtgesellschaftlichen, humanen und sozialen AufgabensteIlungen besonderes Augenmerk darauf zu richten hat, durch die Vermittlung von Bil- dung Menschen auf Dauer zu befähigen, berufliche und wirtschaftliche Her- ausforderungen in einem sich dynamisch entwickelnden Umfeld zu bewälti- gen. 97 2.3. Strukturen und Trends des WeIterbildungsmarktes In Österreich Die größten - und auch nach wie vor dominierenden - Anbieter sind die Sozialpartner, entweder direkt oder über eigene Einrichtungen (WIFIs, BFIs, LFI, SPIDI, von der AK getragene Volkshochschulen, soweit sie berufliche Weiterbildung anbieten). Eine zunehmende Rolle am Weiterbildungsmarkt spielt der bereits derzeit große Bereich der privaten, ausschließlich auf kommerzieller Basis tätigen Anbieter (Trainer- und Beratergruppen) sowie der Bereich der Kundenschu- lungen. Die betriebliche Weiterbildung, die UnternehmenlInstitutionen ihren Mitar· beiterInnen anbieten bzw. ermöglichen, ist einer der wesentlichen Sektoren im Gesamtspektrum des beruflichen Weiterbildungsangebotes. Unternehmen/In- stitutionen sind hier zumeist gleichzeitig Anbieter und Nachfrager. Trotz der zunehmenden Bedeutung von Weiterbildungsinvestitionen in den Betrieben hat sich auch in den letzten Jahren die unterschiedlich hohe Wei- terbildungsbeteiligung der betrieblichen Hierarchieebenen nicht wesentlich ge- ändert. Zwischen den Führungskräften mit der im Regelfall höchsten Teilnah- mequote und den un- bzw. angelernten Arbeitnehmern mit den eindeutig niedrigsten Teilnahmequoten sind Weiterbildungsangebot und -teilnahme deutlich abnehmend gestaffelt. An dieser Stelle sei auf die in den letzten Jahren gestiegene zeitliche und fi- nanzielle Eigeninvestition der Beteiligten (Arbeitgeber und ArbeitnehmerIn- nen) aufmerksam gemacht. Die Kosten für Kurse im Bereich der beruflichen