101 begleitend organisierte Studiengänge bzw. auf Studiengänge im Bereich der Telekommunikation und der Neuen Medien auszurichten. Nach Auffassung des Beirats sollte die Einrichtung berufsbegleitender Studiengänge auch in weiterer Folge Priorität (zusätzliche Mittel) genießen, um das in dieser Hin- sicht nach wie vor bestehende Angebotsdefizit zu kompensieren. Darüber hin- aus ist ein neuer Entwicklungs- und Finanzierungsplan zu ersteHen. Im Studienjahr 1994/95 studierten nur 38 AbsolventInnen des dualen Sy- stems in Fachhochschul-Studiengängen. Weitere 32 kamen aus einer BHS oder hatten eine sonstige Vorbildung. Der Anteil "nichttraditioneHer" Studie- render belief sich somit auf 10%. Der Beirat empfiehlt, daß dieser Anteil durch entsprechende Rahmenbedingungen deutlich erhöht wird. Was auch rur den Anteil weiblicher Studierender gilt, da Frauen derzeit erheblich unterrepräsen- tiert sind. Nach Meinung des Beirats sollte die berufliche Höherqualifizierung von HTL-Ingenieuren einen weiteren Entwicklungsschwerpunkt rur den Fachhoch- schulbereich darstellen, da innerhalb der Europäischen Union höhere techni- sche Qualifikationen fast ausschließlich auf Hochschulebene angesiedelt sind. Die Anerkennung des BHS-Abschlusses auf Diplomniveau im Sinne der zweiten EU-Anerkennungsrichtlinie stellt einen wichtigen Schritt zur Absiche- rung österreichischer Ingenieure in der EU dar. Einer Höherqualifizierung österreichischer HTL-Ingenieure kommt allerdings im Hinblick auf die techno- logische Entwicklung sowie die intemationale Konkurrenzflthigkeit der öster- reichischen Wirtschaft erhebliche Bedeutung zu. Zur Lösung dieses Problems wird vorgeschlagen, im technischen Bereich tätigen HTL-Absolventlnnen mit mehrjähriger qualifizierter Berufserfahrung die Möglichkeit einzurllumen, einen akademischen Abschluß zu erlangen, der sowohl die laufende berufliche Erfahrung als auch bereits erworbene und an· erkannte Qualifikationen (lng., Dipl.-HTL-Ing.) sowie allenfalls nachgewiese- ne Weiterbildungsbausteine berücksichtigt. Als Zugangsvoraussetzung zu derartigen FH-Angeboten rur Berufstätige wäre der Abschluß einer HTL oder eine vergleichbare Qualifikation (z. B. Ab- solventInnen eines technischen Lehrberufs oder einer technischen Fachschule, Werkmeister) sowie eine mehrjährige einschlägige qualifizierte Berufstätigkeit vorzusehen, wobei die erforderlichen Praxiszeiten durch Nachweis der erwor- benen Standesbezeichnung jedenfalls als erbracht gelten. Für andere FH- StudieninteressentInnen sind entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen vorzu- sehen. In inhaltlicher Hinsicht ist im Gegensatz zu konventionellen Studienan- geboten von der Praxis und dem Erfahrungswissen auszugehen. Bezüglich der Fachrichtung sollten insbesondere die Berufsbilder des "Wirtschaftsinge- nieurs", "Qualitätssicherungsingenieurs", "Sicherheitsingenieurs" und "Inge- nieurs rur Logistik" vorgesehen werden. Präsenzzeiten sind auf das unbedingt notwendige Mindestmaß zu reduzie· ren, und sollten in einer den berufstätigen Studierenden zumutbaren Form (etwa Blockveranstaltungen) angeboten werden. Ergänzend ist auf den breiten Einsatz von Femstudienelementen Wert zu legen. Im Sinne einer möglichst raschen Umsetzung schlägt der Beirat vor: