104 und zeitlicher Unterstützung erleichtert und dadurch der Ausgleich unter· schiedlicher Zugangsmöglichkeiten zur Weiterbildung erzielt werden. Die Diskussion ober die bisher vorgeschlagenen Modelle ist zwischen den Argu- mentationslinien steckengeblieben und bedarf neuer kreativer Anstöße zur Weiterentwicklung. Im Hinblick auf die Diskussion Ober die Zeitinvestition in Weiterbildung und den damit verbundenen Bedarf sind die grundsätzlichen Positionen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite unverändert. Eine punktuelle Weiterent- wicklung, die Ober individuelle Lösungen hinausreicht, konnte bisher nur im Kollektivvertrag der Industrieangestellten vom Herbst 1994 erreicht werden. Das Zeitbudget fllr Weiterbildung betrifft das Freizeit- und/oder Arbeits- zeitkonto. Nach den Vorstellungen der Arbeitnehmerseite ist davon auszugehen, daß ein Mindestmaß an Zeitkontingenten fllr Weiterbildung im Rahmen der Ar- beitszeit zur Verfllgung gestellt werden muß. Ein gesetzlich verankerter Anspruch aller ArbeitnehmerInnen auf bezahlte Bildungszeit im Rahmen der Arbeitszeit von einer Woche (Arbeitswoche) pro Jahr wäre die effektivste Lösung. Der Vorschlag der Arbeitnehmerinteressen- vertretungen besteht darin, daß die vom Arbeitgeber fllr Weiterbildung zur Verfllgung gestellte Arbeitszeit daran gekoppelt ist, daß der Arbeitnehmer Freizeit in gleichem Ausmaß in Weiterbildung investiert. FOr Arbeitszeitregelungen auf betrieblicher Ebene, die - etwa durch zweckbezogene Flexibilisierung - berufliche Weiterbildung in der Freizeit er- leichtern könnten, fordert die Arbeitnehmerseite auf jeden Fall die Absiehe· rung durch Betriebsvereinbarungen bzw. durch kollektivvertragliehe Rahmen- regelungen. Nach der Vorstellung der Arbeitgeberseite ist im Hinblick auf die von Ar· beitnehmerInnen aufzuwendende Zeit davon auszugehen, daß eine Weiterbil- dung im Rahmen der Freizeit zugemutet werden kann. Dabei soll die Schaf- fung flexiblerer Arbeitszeitregelungen dazu beitragen, die mit dem Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen verbundenen zeitorganisatorischen Belastun- gen zu vermindern. Ferner wird ftlr den Besuch von zeitaufwendigeren Weiterbildungsveran- staltungen im Rahmen des bestehenden Anspruchs auf Urlaubszeit ein "Wei- terbildungs-Sparmodell" gefordert, das jedem unselbständig Erwerbstätigen die Möglichkeit einräumt, Ober einen Zeitraum von sechs Jahren jährlich bis zu einem Sechstel des Urlaubsanspruches ftlr Weiterbildung zurUckzustellen, wobei hinsichtlich dieses Kontingents eine sechsjährige Verjährungsfrist zur Anwendung kommt. 2.7.3. Teilnahme an EU-Weiterbildungsprogrammen Auf EU-Ebene ist eine Reihe von Förderungsmaßnahmen und Aktionspro- grammen zur beruflichen Weiterbildung angelaufen und mit 1995 in die bei- den Programme LEONARDO und - zu einem geringeren Teil - SOCRA TES einbezogen worden. Ihre Ziele liegen in der Förderung beruflicher WeiterbiJ-