108 Junglehrer, die nach dem Unterrichtspraktikum keinen Vertrag mehr bekom- men). Der Effekt eines verbreiterten Einsatzspektrums von Langzeitarbeitslosen läge daher neben der Entlastung der Weiterbildungsanbieter von einem Teil der Personalkosten in qualifizierten Wiederbeschäftigungschancen für Not- standshilfebezieher. 3.2.2. Gering qualifizierte Arbeitskrtifte Gering·Qualifizierte (formal Nicht-Qualifizierte und Fehl-Qualifizierte, Ju- gendliche ohne Berufsbildung - Lehr-, Schul- und Studienabbrecher) sind in einem hohem Maße dem Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ausge- setzt. Das Angebot an unqualifizierten Arbeitsplätzen wird deutlich zurückge- hen. Gerade hier ist somit ein arbeitsmarktpolitischer Schwerpunkt gegeben. Da sich der technische Wandel immer rascher vollzieht, wird die Neu- und Weiterqualifizierung auch von un- oder minderqualifizierten Mitarbeiterlnnen im Betrieb selbst einen höheren Stellenwert gewinnen müssen. Daher ist zu überlegen, unter Beiziehung des AMS verstärkt auch Qualifi- zierungsmaßnahmen filr beschäftigte ArbeitnehmerInnen zu fördern. Dabei dürfen jene Beschäftigte, die bisher zu den Randgruppen des beruflichen Qua- lifizierungsprozesses gehören (die sogenannte "fluktuierende Randbeleg- schaft") nicht vernachlässigt werden. Der Europäische Sozialfonds (ESF), Ziel 4, bietet entsprechende Möglichkeiten; die Betriebe sind aufgefordert, die zur Verfilgung stehenden Mittel auszuschöpfen. Die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen filr Beschäftigte ist aller- dings eine Aufgabe, bei der die Aktivitäten einzelner Betriebe nur einen Teil- aspekt darstellen können. Klein- und Mittelbetriebe benötigen konkrete Hinweise, wie sie Qualifika- tionsprobleme durch betriebliche und außerbetriebliche Maßnahmen - oder in Kombination von beidem - lösen können. Öffentliche Förderungen von betriebsinterner Weiterbildung sollten schwerpunktmäßig an spezielle arbeitsmarktpolitische Kriterien gebunden sein (Problemregionen, Klein- und Mittelbetriebe). Die Betriebsräte sind im Rahmen ihrer in § 94 des Arbeitsverfassungsgeset- zes festgelegten Mitwirkungsrechte bei betrieblicher Berufsausbildung und Schulung bei der Einbeziehung und Motivation von Arbeitnehmerinnen aus der "Randbelegschaft" in Weiterbildungsmaßnahmen aktiv zu beteiligen. Darüber hinaus ist es notwendig, filr die in letzter Zeit wieder zunehmende Zahl jugendlicher Arbeitnehmerinnen - vor allem auch mit nichtdeutscher Muttersprache - ohne Erstausbildung Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Qualifikationen (unter Einbeziehung von Schlüsselqualifikationen) bereitzu- stellen. Es sollte auf die geschlechtsspezifische Zusammensetzung der Zielgruppe Bedacht genommen werden. Die Berücksichtigung der Lebenssituation von Frauen, besonders, wenn sie Kinder betreuen, bedeutet, Rahmenbedingungen herzustellen, die ihnen eine