109 Teilnahme an WeiterbildungsmaBnahmen überhaupt erst ermöglichen (siehe dazu Punkt 3). Zudem entfallen 60% der weiblichen Lehrlinge auf nur 3 Beru- fe. Bei den Burschen verteilen sich die 60% immerhin auf 13 Berufe. Sinnvoll wäre eine Evaluierung der bisherigen Maßnahmen zur Förderung der nichttraditionellen Berufswahl von Mädchen. Die kompensatorische Funktion der beruflichen Weiterbildung müßte an- gesichts der hohen Zahl von Frauen, die niedrig qualifizierte, rationalisie- rungsgefährdete Arbeitsplätzen haben bzw. arbeitslos sind, intensiviert wer· den, mit dem Ziel der Verbesserung oder Absicherung ihrer Arbeitsmarktposi- tion. 3.2.3. Altere Arbeitslose Ältere Arbeitslose sind besonders von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht; Maßnahmen zur raschen Integration in das Erwerbsleben sind deshalb beson- ders wichtig. Das AMS kann hierbei auf erfolgreiche Maßnahmen verweisen. Hier gilt es präventiv auf die Verhinderung von Arbeitsplatzverlust abzuzielen und somit bestehende Arbeitsverhältnisse abzusichern, etwa durch gezielte Betriebsberatung im Hinblick auf Weiterbildungsmaßnahmen oder der gezielten Schulung von Beschäftigten - sonstige Maßnahmen siehe auch unter 3.2.1. und 3.2.2. Die Defmition "ältere Arbeitslose" ändert sich stetig, d. h., daß sich die Al- tersgrenze nach unten bewegt: bei Männern kann mittlerweile schon ab einem Alter von 40 Jahren von "älter" gesprochen werden, bei Frauen schon ab 35 Jahren (I). "Arbeitsmarktalter" und biologisches Alter driften zunehmend auseinander. 3.2.4. Behinderte Arbeitslose Körperliche, geistige oder psychische Einschränkungen einer Person stellen nicht notwendig eine Behinderung dar. Erst die soziale Umwelt und die Ar- beitswelt behindern Menschen, die eine solche Einschränkung mit sich tragen. Erst diese Behinderung fUhrt dazu, daß solche Personen weit mehr als andere mit schlechteren Arbeitsbedingungen und einem höheren Arbeitsmarktrisiko zu kämpfen haben: sei es, daß ihnen - wenn überhaupt - nur unterbeschäftigte und unterbezahlte Tätigkeiten offenstehen, sei es durch den eingeschränkten Bildungszugang und meist nur niedrigem Bildungsabschluß, sei es durch Kon- zentration in Berufen, Arbeitsplätzen und Tätigkeiten mit geringem sozialen Status und kaum vorhandenen Aufstiegschancen. Traditionelle Maßnahmen der Behindertenpolitik verschärfen mitunter die- se Marginalisierung, wenn sie sich eher an der Behinderung als an der Ar- beitskapazität der betroffenen Personen orientieren oder sich einseitig auf Lohnsubvention und Quotenpflicht statt auf sorgfältig geplante, großzügig