116 duktives Zweigwerk geschlossen wird, um die Produktion entsprechend zu verlagern. Wenn, was nicht unplausibel scheint, in dem zur Schließung be- stimmten Zweigwerk auch die Arbeitsproduktivität niedriger war, geht - netto - Beschäftigung verloren, obwohl sie im "flexibleren" Werk steigt. Aber auch, wenn der Hersteller die Preise senkt, um den Absatz im Ausmaß der - aufgrund der zusätzlichen Samstagsschicht im beschriebenen Zweigwerk möglich gewordenen - Mehrproduktion auszuweiten, können gegenläufige Effekte in bezug auf die Beschäftigung auftreten: Daß bei gegebenen Geldlöh- nen der Beschäftigten wegen der Preissenkung des Endprodukts deren "Real- lohn" (gemessen in "Produkteinheiten PKW") steigt, löst bei unveränderter Arbeitsproduktivität und höherer Kapitalproduktivität einen Druck in Richtung "Capital deepening" aus - es kommt zu verstärkter Substitution von Arbeit durch Kapital. Gleichzeitig ergibt sich durch die relative Kaufkrafterhöhung allerdings ein - potentiell beschäftigungswirksamer - positiver Wohlfahrtsef- fekt. Grundsätzlich kann also festgehalten werden, daß eher dann, wenn die Nachfrage nach dem betreffenden Produkt relativ preiselastisch reagiert, posi- tive Beschäftigungseffekte einer lokalen Entkoppelung von Betriebszeiten und Arbeitszeiten zu erwarten sind. Werden derartige Maßnahmen nicht nur auf lokaler (bzw. nationaler), sondern auf Branchenebene (bzw. internationaler Ebene) gesetzt, werden positive Effekte auf die Beschäftigung in statischer Betrachtungsweise geringer ausfallen, weil die Marktnachfrage im Falle simul- taner Preissenkungen aller Autoerzeuger relativ weniger elastisch reagieren wird, als wenn ein einzelner Anbieter Marktanteilsgewinne durch Preissen· kungen erzielen kann. Auch hier können die positiven Einkommenseffekte sich aber auch wieder positiv auf die Beschäftigung auswirken. In dynamischer Hinsicht kann man allerdings bei allgemeiner (branchen- übergreifender) "Entkoppelung von Betriebszeiten und Arbeitszeiten" wegen der steigenden Kapitalproduktivität und aufgrund des erwähnten Drucks in Richtung "Capital deepening" auf eine - temporär - höhere Investitionsbereit- schaft hoffen. Wenn der Nachfrageeffekt dieser Investitionen dem Kapazitäts- effekt (und den eventuell folgenden Rationalisierungseffekten) vorauseilt, mag sich daraus mittelfristig ein positiver Beschäftigungsimpuls ergeben. Darüber hinaus könnte auch mit dem selben Kapitalstock (bei gegebenen Investitionen) mehr Beschäftigung erzielt werden (höhere Arbeitsintensität). 1.2. Anpassung der Arbeitszeit an Produktionsschwankuneen Werden Arbeitsspitzen durch Mehrarbeit abgedeckt, die in Zeiten geringe- ren Arbeitsanfalls durch Zeitausgleich im Verhältnis 1 : I abgegolten wird, kann das zum Abbau von zur Bewältigung von Arbeitsspitzen gehaltenen Per- sonalreserven führen, vor allem wenn die Auftragslage in etwas längeren In- tervallen schwankt. Freilich kann eine solche Anpassung der Arbeitszeit an die Produktionsschwankungen auch den Effekt haben, gerade infolge der be- schriebenen Rationalisierung und des dadurch erfolgten Abbaus von Über- stundenbezahlung die Arbeitskosten so weit zu senken, daß dadurch der je-