zung ~ die Beschäftigungswirkungen nicht pauschal als positiv oder negativ bezeichnet werden. Weder Arbeitszeitflexibilisierung noch ArbeitszeitverkÜf- zung schaffen automatisch neue Arbeitsplätze. Es ist daher notwendig, bran- chen- und betriebsspezifische Lösungen zu finden, mit denen der jeweils op· timale Beschllftigungseffekt erzielt werden kann. Die zwischen den Sozialpartnern vereinbarten nunmehrigen gesetzlichen Möglichkeiten der Arbeitszeit-Flexibilisierung sind daher zu begrüßen. Auf KV-Ebene sollten nunmehr rasch Regelungen geschaffen werden, die den bei- derseitigen FlexibilisierungsbedUrfnissen Rechnung tragen und einen fairen Interessenausgleich sichern. 2. Modelle der Vertellun!: von Arbeit zur Schaffung von Beschäftigung International werden vermehrt neue Modelle zur Reduzierung der Arbeits- zeit für Arbeitsplatzinhaber bei gleichzeitiger Schaffung von zusätzlichen Ar- beitspilltzen diskutiert und erprobt. Solche Modelle, die auf eine Reduktion der Arbeitszeit bei vermehrter Freizeit des einzelnen hinauslaufen, können sich auch auf die Motivation, aufKrankenstllnde, auf die Produktivität und letztlich die Lebensarbeitszeit auswirken. Eventuelle kontraproduktive Effekte ~ wie ein Ansteigen der Schwarzarbeit in der erworbenen Freizeit - wären freilich zu untersuchen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Einsparungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung könnten durch eine entsprechende Umschichtung für aktive Maßnahmen wie Weiterbildung, Förderung von Be- schäftigung u. ä. oder gegebenenfalls auch für Beitragssenkungen verwendet werden. Der Beirat hat sich vor allem mit zwei konkreten Modellen der Verteilung des Arbeitszeitvolumens intensiver auseinandergesetzt, bei denen relativ rasch zu realisierende Beschäftigungschancen gesehen werden: Job-Rotation- Modelle und Teilzeitarbeit könnten zur Sicherung oder Schaffung von Ar- beitsplätzen beitragen. 2.1. Job-Rotation-Modelle - Bildungskarenz Jobrotation in Form einer vorübergehenden Übernahme eines Arbeitsplat· zes eines karenzierten Arbeitnehmers durch einen Arbeitslosen - ist ein euro- paweit zunehmend wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument geworden, das die Arbeitsvermittlung zur Sicherung eines gut funktionierenden Arbeits- marktes nutzen kann. Jobrotation muß dabei die Bedurfnisse der Lohnempfltn- ger, der Arbeitslosen und der Arbeitgeber gleichermaßen berücksichtigen. Vor allem die Verbindung von Job-Rotation mit Weiterbildung könnte po- sitive Effekte mit sich bringen: Die Lohnempfänger bekommen eine Fort- und Weiterbildung und haben damit größere Chancen, ihre Verbindung zum Ar- beitsmarkt aufrechtzuerhalten. Die Arbeitslosen bekommen als Ablösekräfte eine konkrete Beziehung zu einem Arbeitsplatz und damit bessere Möglichkei- ten rur eine festere Bindung an den gewöhnlichen Arbeitsmarkt. Die Unter- nehmen bekommen eine Ausbildung rur ihre Mitarbeiter und Kontakt mit ei- 119