121 liehe Klarstellungen zu treffen. Darüber hinaus sind auch mögliche uner- wünschte Effekte wie etwa ein Ansteigen der Schwarzarbeit zu evaluieren und im Bedarfsfall Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Klar ist weiters, daß dabei nicht Gruppen Leistungen aus der Arbeitslosen- versicherung beziehen, die an diese Versicherung keine Beiträge abfUhren (z. B. Beamte). Für den öffentlichen Dienst ist derzeit allerdings ein anderes Modell in Diskussion, dem mit Interesse entgegengesehen wird: Beamte sollen die Möglichkeit erhalten, vier Jahre lang fUr 80% ihres Gehaltes zu arbeiten, um dann im 5. Jahr bei Weiterbezug von ebenfalls 80% des Gehaltes ein Jahr zu pausieren. Auch diese Idee bedarf aber jedenfalls einer nachhaltigen Evalu- ierung. Die Schaffung einer rechtlichen Basis fUr vergleichbare Modelle könnte auch in der Privatwirtschaft diskutiert werden. Möglich wären dabei auch kürzere Zyklen wie im dänischen "Müllmänner-Modell": Dabei reduziert eine Gruppe von z. B. 4 Arbeitnehmern ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich um ein Fünftel in Form einer arbeitsfreien Woche alle 5 Wochen, wodurch ein fUnfter Arbeitsplatz entsteht. Die beschriebenen Möglichkeiten sollten demgemäß in zeitlich begrenzten Modellversuchen und Pilotprojekten forciert und erprobt und auf ihre Auswir- kungen hin untersucht werden, um endgültige Schlüsse über deren Anwend- barkeit und Wirksamkeit, d. h. aufgetretener Beschäftigungszuwächse, aber möglicherweise auch Probleme, erzielen zu können. 2.2. Teilzeitarbeit Aus Sicht der Arbeitgeber machen kundenfrequenzorientierte Personalein- satzplanung, die erhöhte Produktivität von Teilzeitbeschäftigung, die leichtere Lösbarkeit von Vertretungsproblemen und mögliche Kostensenkungspotentia- le durch die Vermeidung von Leerläufen Teilzeitarbeit in gewissen Bereichen attraktiv, was z. B. im Handel einen Abbau der Vollzeitbeschäftigung und eine Zunahme der Teilzeitbeschäftigung nach sich ziehen kann. Dabei werden ent· weder Vollzeitarbeitsplätze in Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt oder aber neue Teilzeitstellen geschaffen. Die Auswirkungen aus einer erhöhten Nach- frage nach Teilzeitbeschäftigten auf die Arbeitslosenquote hängt davon ab, ob diese Nachfrage aus dem Pool der offiziell Arbeitslosen oder aber aus dem Lager der bisher nicht Erwerbstätigen (insbesondere Frauen) befriedigt wird. Eindeutige Aussagen über die Beschäftigungswirksamkeit von (vermehrter) Teilzeitarbeit sind nicht möglich, die Möglichkeit des Zugangs zu freiwillig gewählter Teilzeitbeschäftigung gemäß den Bedürfnissen der Arbeitssuchen- den ist aber in jedem Falle so offen wie möglich zu halten. Weiters ist festzustellen, daß Teilzeitarbeit vor allem dann beschäftigungs- politisch positiv wirken kann, wenn die Rahmenbedingungen dafUr attraktiv genug sind. Elemente attraktiver - und damit potentiell beschäftigungswirk- samer - Teilzeitarbeit sind insbesondere, - daß Teilzeitbeschäftigung auf freiwilliger Basis erfolgt (d. h. keine Ver- drängung von Vollzeitbeschäftigten in eine unfreiwillige nicht-existenz- sichernde Teilzeitbeschäftigung);