131 sprechende Dauer, also - je nach kollektivvertraglicher wöchentlicher Nonnalarbeitszeit - um ca. 1,5 Wochen. - Einarbeiten von freien Tagen in Verbindung mit Feiertagen: Während der Beschllftigungssaison wird die wöchentliche Arbeitszeit im Rahmen der zuschlagsfreien Nonnalarbeitszeit geringftlgig verlängert, was am Saisonende durch freie Tage in Verbindung mit Feiertagen im Verhältnis 1 : 1 wieder ausgeglichen wird. Relevant ist dieses Modell also vor allem rur Bereiche, in denen es am Saisonende zu einer Häufung von Feierta- gen kommt; in der Baubranche (Feiertage rund um den Jahreswechsel) ist eine entsprechende Umsetzung bereits erfolgt. - Kollektivvertragliehe Durchrechnung der Arbeitszeit: Hier wird während der Saison anfallende Mehrarbeit in vordefiniertem Ausmaß in Zeitaus- gleich - der das Arbeitsverhältnis entsprechend verlängert - am Saison- ende umgewandelt. Der Kollektivvertrag, der eine solche Regelung tref- fen kann, hat allflHlige Zuschläge zum Zeitausgleich nach eigenem Er- messen festzusetzen; das Gesetz gibt - anders als bei Überstundenarbeit - keinen zwingenden Zuschlag vor. - Verpflichtender Konsum von Teilen des Urlaubs in der beschäftigungs- freien Periode: Gemäß Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz ist in den Monaten Dezember und Jänner ein Urlaub im Ausmaß von 2 Wo- chen zu konsumieren. Bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlängert sich das Arbeitsverhältnis - und damit die Beschäftigung - um diesen Zeitraum. Von Bedeutung sind solche das Arbeitsverhältnis verlängernden Modelle vor allem in Branchen, in denen Saisonarbeitslosigkeit als Massenphänomen auftritt, d. h. neben dem Baubereich insbesondere im Tourismus aber unter Umständen auch bei Saisonwaren oder im Bereich der Nahrungsmittelproduk- tion (Erntezeit). In den Monaten Dezember bis März waren durchschnittlich ca. 80.000 Bauarbeiter ohne Arbeit. Eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses im Bau- bereich um 5 Wochen jährlich könnte das Budget der Arbeitslosenversiche- rung beispielsweise um rund 550 Mill. S jährlich entlasten. Schwerer festzu- stellen ist das Ausmaß saisonal bedingter Arbeitslosigkeit im Tourismus, weil Anfang und Ende der Sommer- z. B. Wintersaison weniger klar umrissen sind als im Baubereich. Fest steht jedenfalls, daß in den Perioden zwischen den Sai- sonen die Arbeitslosenzahlen bis zu einer Höhe von rund 50.000 Personen klettern. Verlängerte man die Arbeitsverhältnisse in beiden Saisonen auf Basis der gezeigten Möglichkeiten um jeweils rund 2 Wochen, läge das geschätzte Einsparungspotential rur die Arbeitslosenversicherung bei 400 Mill. S auf- wärts. Aufgrund der möglichen Verkilrzung der saisonalen Arbeitslosigkeit und der doch deutlichen Budgetentlastung sind Arbeitszeitmodelle der gezeigten Art sicherlich anzustreben, die erste Erfahrungen des Bau-Modelles scheinen die positiven Erwartungen zu bestätigen. Einer endgilltigen Evaluierung ist mit Spannung entgegen zu sehen.