132 Damit solche Modelle Akzeptanz finden, ist es wichtig, entsprechende An- reize sowohl tur Arbeitgeber als auch tur Arbeitnehmer zu schaffen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Arbeitnehmer aufgrund der Verkürzung der Dauer des Arbeitslosengeldbezuges U.U. mit leichten Einbußen beim Gesamtjahresein- kommen rechnen müssen. Es wird also darauf ~ achten sein, dem ein ausge- wogenes Bündel an Kompensation im sozialversicherungsrechtlichen Bereich auf Basis der durch die Saison verlängerung zusätzlich erworbenen Versicho- rungszeiten gegenüberzustellen, aber auch im arbeitsrechtlichen Bereich faire Ausgleichsrnaßnahmen zu treffen (z. B. größere Möglichkeiten, real den Ur- laub zu konsumieren anstatt ihn in Geld abfmden zu lassen, was - z. B durch Urlaubskonsum im Anschluß an die Saison - zusätzlich beschäftigungswirk- sam sein kann). Eine erhöhte Attraktivität der Arbeitsverhältnisse kann Saisonarbeitnehmer auch verstärkt dazu bewegen, länger in der Branche zu verbleiben und kann daher einen Qualitätsschub auslösen, der der Wirtschaft zugute kommt. Ein Beispiel, wie Anreize tur Arbeitgeber geschaffen werden können, die Saison nicht vorschnell durch Kündigungen zu beenden, zeigt die Neuregelung im Baubereich, wo das ftlr die am Ende der Saison liegenden Feiertage zustehen- de Entgelt nicht vom einzelnen Arbeitgeber, sondern durch Beiträge aller - also auch der vorzeitig kündigenden Arbeitgeber - aus der Urlaubs- und Ab- fertigungskasse finanziert wird. Um der Wirtschaft auch in anderen Saison- branchen den Einstieg in solche Modelle zu erleichtern, wäre zu überlegen, den Aufbau solcher Modelle mit Teilen der Ersparnis im Bereich der Arbeits- losenversicherung zu fördern.