Die einzelnen Kommunikationstechnologien befinden sich in recht unter- schiedlichen Entwicklungs- und Verbreitungsstadien. In der Studie wird auf die bereits angewandte neuere und neueste Generation kommunikationstechni- scher Produkte, Dienste und AusrUstungskomponenten abgestellt; dazu gehö- ren LAN, WAN, MAN, E-mail, EDl, EFT, Bildschirmtext, intelligente Tele- fondienste, Audio- und Videokonferenzen, Mobiltelephone, Modems, ISDN, Breitbandtechnik, interaktive multimediale Dienste und "Virtual Reality"- Anwendungen. 2.2. WIrkunKsmechanismen zwischen Kommunikationstechniken und Beschäftigung Es lassen sich drei grundlegende Mechanismen identifizieren, Uber die sich der Einsatz von Kommunikationstechnik sowohl auf das Volumen als auch auf qualitative Aspekte von Beschäftigung, z. B. Arbeitsorganisation und Qualifi- kationsbedarf, auswirkt: - Prozeßinnovationen bzw. der Einsatz fortgeschrittener Kommunikations- technologien zu effizienzsteigernden Neuerungen in Fertigungsprozes- sen ebenso wie in der Erbringung von Dienstleistungen, somit prinzipiell in allen Wirtschaftsbereichen, werden primär auf betrieblicher Ebene wirksam. Ihre Effekte sind in der Regel kurzfristig beschäftigungsver- nichtend, längerfristig können sie aber Uber erhöhte Wettbewerbsflihig- keit und Umsätze zur Schaffung neuer Arbeitsplätze fUhren. - Produktinnovationen betreffen sowohl neue GUter als auch Dienstlei- stungen. Sie umfassen einerseits direkt in Form von kommunikations- technischen Produkten (z. B. Mobiltelephonen) oder Diensten (z. B. EDI, EFT) auf den Markt tretende Innovationen, andererseits Innovatio- nen, die darauf aufbauend in anderen Sektoren auf indirekte Art entste- hen. Sie sind es ganz besonders, von denen durch die Schaffung neuer Märkte unmittelbare Beiträge zu Beschäftigungszuwächsen zu erwarten sind. - Externe Effekte von Netzwerken schließlich stellen einen dritten Wir- kungsmechanismus dar. Sie bewirken eine neue Form von komparati- vem Vorteil (Markterweiterung), der direkt fUr die Teilnehmer eines Netzwerks, indirekt Uber Umsatzzuwächse aber auch im Hinblick auf die Beschäftigung tendenziell positiv zu Buche schlägt. Bezogen auf quantitative Beschäftigungswirkungen läßt sich als Haupter- gebnis festhalten: Bei entsprechender Einbettung in Strategien breiter Hu- mankapitalförderung und organisatorisch innovative Unternehmenspolitik sowie gUnstiger makroökonomischer Entwicklung sind trotz der Rationalisie- rungseffekte längerfristig eher positive Beiträge zum Beschäftigungsvolumen zu erwarten. Ein Abkoppelung Österreichs von diesen Entwicklungen wUrde einen Verlust an Wettbewerbsflihigkeit bedeuten und langfristig negative Ef- fekte mit sich bringen. Der Beschäftigungseffekt dUrfte allerdings auch unter 137