139 2.4. Herausforderungen mr das Management: organisatorische Innovationen, neue Qualifikationsproflle Qualitative Beschäftigungseffekte beinhalten zunächst Auswirkungen auf der Organisationsebene. Gekoppelt mit geeigneten organisatorischen Maß- nahmen und Strategien der Personalentwicklung ermöglicht der Einsatz fort- geschrittener Kommunikationstechnik eine Verbesserung der organisatori- schen Leistungsfähigkeit; hinzu kommt der unterstützende Beitrag zu Verän- derungen in Richtung organisatorischer Dezentralisierung sowie Verringerung und Abflachung von Hierarchieebenen. Allerdings ist zu betonen, daß es sich dabei nicht um zwangsläufig von der Technik ausgehende Veränderungen handelt, sondern gezielte Reorganisationskonzepte und Strategieentscheidun- gen zur Nutzung technischer Potentiale erforderlich sind. Dem Management kommt somit eine Schlüsselrolle bei der Ausschöpfung der Potentiale der neuen Kommunikationstechnologien zu. Gegenwärtig dro- hen oft auf radikale Beschäftigungssenkung verkürzte Unternehmensstrategien die Innovationen als zentrale Größe zu vernachlässigen und in der Folge be- schäftigungsmäßig zu negativen Abwärtsspiralen zu führen. Demgegenüber scheint der Kommunikationstechnikeinsatz Potentiale für die Unterstützung positiver Aufwärtsspiralen zu besitzen: wenn dabei von Managementseite die Motivierung und Qualifizierung des Personals als Generator von Innovation und Wettbewerbsfllhigkeit in den Mittelpunkt gestellt wird, kombiniert mit vorausschauend angelegten Anstrengungen zur Entwicklung neuer Märkte und Kosteneinsparungen in anderen Bereichen, z. B. durch verringerte Koordinati- ons- und Transaktionskosten - untemehmensintern wie im zwischenbetriebli- chen Verkehr - mittels Kommunikationstechnik. Berufliche Auswirkungen ergeben sich in Form von größeren arbeits inhalt- lichen Veränderungen (z. B. Ersatz von persönlichen Diensten durch Selbst- bedienung und automationsunterstützte Arbeit) sowie Bedeutungszunahmen oder -einbußen für einzelne Berufs- bzw. Tätigkeitsgruppen. Die größten Ver- lierer scheinen alle Kategorien von Routinearbeiten und Hilfstätigkeiten zu sein (ohne daß deswegen geringe Qualifikation erfordernde Berufspositionen gänzlich verschwinden würden). Dagegen dürften aber hoch professionalisier- te Informations- und Beratungskräfte das Gros der neuen Berufe stellen: z. B. Leute, die mit dem Generieren, Strukturieren und Management von Informati- on befaßt sind, die durch die Netze fließt (Netzwerkunternehmer, Spezialisten rur graphische Präsentationen, Softwareproduzenten und Systemmanager etc.). Zu den wichtigsten beruflichen Gewinnern werden wahrscheinlich Ingenieure und Hochschulabsolventen mit technisch-wirtschaftlichen, informations- und medien bezogenen Qualifikationen sowie neue dienstleistungsorientierte Klein- unternehmer und on-line Kundenbetreuer zählen. Zu erwarten sind überdies eine weitere Ausdifferenzierung von Fachqualifikationen, deren stärkere Inte- gration mit Managementrollen, Einbußen bei mittleren Managementfunktio- nen und Verlagerungen bei Sekretariatsaufgaben.