2.5. QuaUOkatlonserfordernlsse FUr die meisten Berufsfelder wird ein Grundstock an Kenntnissen compu- tergestUtzten Arbeitens, neuerdings speziell des Umgangs mit modemen Kommunikationsmedien ("networking literacy ") zur Basisqualifikation, Qua- lifikations~, Flexibilitäts- und Produktivitätsanforderungen werden im großen und ganzen erhöht, teilweise in Gestalt von instabileren Beschäftigungsver- hältnissen, Lernwilligkeit, sozial-kommunikative Kompetenzen und generelle Problemlösungsflthigkeiten erlangen gesteigerte Bedeutung, 3. BeschäftigungspotentIale bel persönlichen Dienstleistungen Demographische Faktoren wie die steigende Lebenserwartung, die zuneh- mende Erwerbsquote der Frauen, aber auch eine weitergehende Arbeitszeit- tlexibilisierung und/oder -verkUrzung werden mehr und mehr zu einer Ver- schiebung der herkömmlichen Zeitschemata fUhren, wodurch es unter anderem zu einem veränderten Freizeitverhalten und einer neuen, verstärkten Nachfrage nach Freizeitangeboten und persönlichen Dienstleistungen kommt. Zwei Kategorien sind dabei zu unterscheiden: "soziale Dienstleistungen" wie Alten- oder Krankenbetreuung; und "haushaltsbezogene Dienstleistungen" wie z, B. Reinigung, Gartenarbeit, Kochen oder auch kleine Botengänge (Ein- käufe), Zu beachten ist allerdings, daß die Übergänge oft fließend sind und manche Tätigkeiten, wie etwa die der Kinderbetreuung, in beiden Kategorien angesiedelt werden können. Die vorgestellten Lösungsansätze im Bereich der haushaltsbezogenen Dienstleistungen wären daher teilweise auch fUr den Be- reich der sozialen Dienstleistungen zu Uberdenken, Der erwähnten generell steigenden Nachfrage nach sozialen und persönli- chen Dienstleistungen steht allerdings ein im Vergleich zu sonstigen Wirt- schafts bereichen geringes Produktivitätssteigerungspotential gegenUber. Lohnerhöhungen im Gleichschritt mit den sonstigen Bereichen fUhren somit zu Preissteigerungen bzw, zu einem erhöhten Subventionsbedarf bei perso- nenbezogenen Dienstleistungen, Steuerliche bzw. andere preisentlastende Maßnahmen könnten verhindern, daß bei gegebenen Preisen die Nachfrage nicht bzw, nur in der Schattenwirtschaft befriedigt werden kann, Die Beurteilung der daraus entstehenden öffentlichen Kosten bzw, Steuer- entfltlle mUssen dabei auch in einem Vergleich zu den finanziellen, sozialen und menschlichen Kosten der Arbeitslosigkeit gesehen werden, Die finanziel- len Einsparungen reichen dabei von den Ersparnissen in der Arbeitslosenversi~ cherung (bzw, Umschichtung der Mittel der Arbeitslosenverwaltung) Uber an- dernfalls entgangene Sozialversicherungsbeiträge, Einkommensteuern und Mehrwertsteuern (höherer Konsum), Weiters ist in die Überlegungen die Tat- sache miteinzubeziehen, daß es sich bei eventuell gewährten steuerlichen Er- leichterungen um andernfalls ohnehin nicht lukrierte Steuereinnahmen han- delt, da diese Tätigkeiten in die Schattenwirtschaft abwandern wUrden, Die Finanzierung solcher Modelle sollte sich daher mehr oder weniger aufkom- mensneutral gestalten lassen, 140