Andere Modelle beruhen auf der Vorlage eines Gutscheines, der die Kosten der Dienstleistung zum Zeitpunkt der Zahlung verringert. Dieses System kann als ex·ante Förderung bezeichnet werden. Bei solchen Modellen entfallt der Nachteil der Förderung einkommensstärkerer (steuerleistender) Haushalte. Von manchen Experten wird darüber hinaus argumentiert, daß diese Modelle effektiver im Sinne von nachfragesteigernd wirken, da sie dem Konsumenten die tatsächliche Geldersparnis deutlicher machen. - Mechanismen, die dafür sorgen, daß sich der (indirekt subventionierte) Konsument der Höhe der För· derung bewußt ist (Kostentransparenz) wirken sich prinzipiell günstig aus. - Aber auch Mischformen zwischen ex·ante und ex·post existieren: Das Dänj· sche Modell etwa beinhaltet ex-ante Elemente fUr den Konsumenten und ex- post Elemente fUr den Anbieter. Die Förderung kann in Form eines Fixbetrages oder aber anteilig (z. B. je nach Bedürftigkeit) erfolgen, wodurch dem politischen Ziel der sozialen Ge· rechtigkeit Rechnung getragen werden kann. Weiters kann die Förderung als monetäre Leistung oder als Sachleistung gewährt werden. Sachleistungen kommen dabei eher bei branchen bezogenen Dienstleistungsllirderungen zur Anwendung. Wo Geldleistungen gewährt werden, sollte die Förderung eher in Form von Gutscheinen denn als Barleistung erfolgen, um Mißbrauch vorzu· beugen. Durch persönliche, nicht-übertragbare Gutscheine etwa kann verhin· dert werden, daß Förderungen zweckentfremdet werden. Gleichzeitig fUhrt dies zu Verwaltungsvereinfachungen. Die EinfUhrung von einfach handhabba· ren und fUr den einzelnen, privaten Konsumenten durchschaubaren Systemen ist dabei generell eine conditio sine qua non. Eine aufgeblasene Bürokratie ist nicht nur im Lichte der daraus entstehenden Kosten ineffizient, sondern wirkt auch abschreckend auf potentielle Nachfrager und Provider. Um einerseits das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen und den po· tentiellen Nachfragern die in Europa gegenüber Amerika immer noch vorhan· dene Angst vor "Eindringlingen in die Privatsphäre" (Haushalt) zu überwin· den, und andererseits das Ansehen dieser neuen Berufszweige zu heben und das Image einer "neuen Dienstmädchengesellschaft" von vornherein nicht auf· kommen zu lassen, ist es schließlich auch ratsam, Erbringungsvoraussetzun· gen, die auf die Qualifikation der Erbringer Rücksicht nehmen, sowie Quali· tätsstandards einzufUhren. Eine der praktizierten Möglichkeiten besteht darin, die Gewährung der Förderung von der Leistungserbringung durch einen aner- kannten Dienstleister, d. h. ein niedergelassenes privates Unternehmen bzw. eine Vermittlungsagentur (z. B. in Form von "Leiharbeit", "Service·Pools") statt eines selbständigen Einzelanbieters, abhängig zu machen. Dies erleichtert auch die Schulung und Weiterbildung sowie die Qualitätskontrolle. Auch kann dadurch Ängsten betreffend die Fremdausbeutung einzelner, ungenügend ge· schützter Quasi·Selbständiger entgegengekommen werden. Qualitätssicherung bedingt aber auch das Vorhandensein von Wettbewerb zwischen einzelnen Anbietern. Das Entstehen von Monopolen ebenso wie die Errichtung staatli· cher Stellen, die in unlauterer Konkurrenz zu potentiellen privaten Dienstlei· stern stehen, muß daher vermieden werden. Neben diesen Voraussetzungen wurden in der Mehrzahl der europäischen Länder seitens der Regierungen aber auch Werbe· und Informationsmaßnahmen gesetzt, um das Problembewußt· 144