sein sowie die Akzeptanz der Bevölkerungen für diese neuen Möglichkeiten zu heben. Wünschenswert wäre die Evaluierung der in dieser Studie beleuchteten in- ternationalen Modelle unter Miteinbeziehung des AMS. Dabei ist auf die Er- fahrungen bereits existierender privater Erbringer in Österreich Bedacht zu nehmen. 3.2. Soziale Dienstleistungen Die derzeitigen "Marktbedingungen", unter denen soziale, gesundheitliche und fürsorgliche Pflege leistungen in Österreich erbracht werden, lassen sich wie folgt zusammenfassen: - Der tiefgreifende gesellschaftliche Struktmwandel kommt unmittelbar in veränderten und zusätzlichen Bedürfnissen privater Haushalte zum Aus- druck. Gemessen an den vorhandenen Bedürfnissen ist der Anteil der institutio- nell erbrachten Leistungen gering. - Die Besonderheiten des "Marktes" äußern sich auf der Nachfrageseite darin, daß die Bedürfnisse nur beschränkt artikuliert werden und äußerst flexibel auf Preisänderungen reagieren. - Die Angebotsseite, also die Betriebe des Dienstleistungssektors, ist hochgradig von finanziellen Zuwendungen aus den öffentlichen Budgets abhängig. - Abhllngig von den institutionellen Rahmenbedingungen kann auch in Hinkunft mit einer dynamischen Beschäftigungsentwicklung in Betrie- ben des sozialen Dienstleistungssektors gerechnet werden. Die potentiel- le Ausweitung der Beschäftigung konnte bislang nur teilweise ausge- schöpft werden, da Budgetvorgaben mit eingeschränkten Zuwendungen verbunden sind und eine höhere Kostenbeteiligung von seiten der nach- fragenden Personen zur Inanspruchnahme der Schattenwirtschaft führt. - Die derzeitigen Förderbedingungen erschweren eine längerfristige Pla- nung und den Aufbau, Einsatz und Attraktion von privatem Kapital. Die fehlenden kollektivvertraglichen Regelungen beeinflussen die Ak- tivitäten der Anbieter von Dienstleistungen nachteilig und wirken sich gleichzeitig negativ auf die Attraktivität derartiger Beschäftigung für Arbeitssuchende aus. - In Verbindung mit Budgetbeschränkungen, begrenzten Möglichkeiten höherer finanzieller Beteiligungen von "Kunden" sowie fehlender kol- lektivvertraglicher Regelungen werden Anpassungsstrategien zu Lasten der Arbeitsbedingungen und der Qualität erbrachter Leistungen begün- stigt. 145